Erster Arbeitsgang / 1 Unterrichtseinheit
Imprimitur, Raster und Unterzeichnung
Der Grundton wird mit Daler-Rowney Acrylfarben gemischt. Zunächst
Ocker, Hellbraun und Gelb im Verhältnis 1:2:4. Diese Mischung dann
1:1 mit Molenaer Acrylfarbe mischen und ohne Wasser mit dem
breiten Flachpinsel homogen und gleichmäßig auftragen.
Der gelb-orange Grundton erscheint auf den ersten Blick viel zu
kräftig für das Motiv zu sein. Obwohl er im fertigen Bild an vielen Stellen erkennbar
bleibt, sorgt er aber für eine Form der
Einheitlichkeit. Da die Ölfarbschicht ebenfalls farbkräftig
ausgeführt wird, relativiert sich zudem die farbige Dominanz
des Grundtons im Verlauf des Malprozesses.
Der Bildaufbau in mehreren Schichten verhindert zwar ungewollte Ergebnisse oder eine misslungene Umsetzung, es ist trotzdem wichtig darauf hinzuweisen, dass mit
einer derart starkfarbigen Imprimitur ein finales Bildergebnis nicht so
vorausschauend umsetzbar ist wie mit traditionellen Imprimituren
in gedeckteren Farbtönen.
Das Raster für die Vorzeichnung wird idealerweise mit dem
Aquarellgraphitstift oder einem ähnlich, leicht zu entfernenden
Stift aufgebracht. Weil die farbige Imprimitur an vielen Stellen
sichtbar bleibt, sollte nach der Unterzeichnung das Raster wieder
entfernt werden.
Zweiter Arbeitsgang / 1 Unterrichtseinheit
Untermalung
Für die Untermalung habe ich die Daler-Rowney Acrylfarbe
Dunkelbraun gewählt, der in zwei weiteren Arbeitsgängen Weiß
zugemischt wird. Da das Motiv nicht nur von kräftigen
Farbkontrasten lebt, sondern auch von einem starken
Hell-Dunkel-Kontrast, reichen drei Tonwertstufen für die dunklen
Bereiche und zwei für die hellen, wobei die Imprimtur bereits eine
helle Tonwertstufe definiert. Für die hellsten Bildbereiche ist
lediglich eine Weißhöhung mit unvermischter, weißer Farbe
notwendig.
Für die Untermalung eignet sich am besten der da Vinci Nova Katzenzungenpinsel.
Im ersten Schritt werden mit dem Dunkelbraun und wenig Wasser
zunächst die Bereiche bearbeitet, die später mit Schwarz übermalt
werden. Mit etwas Weiß vermischt folgen dann die nächsthelleren
Bereiche und mit noch etwas mehr Weiß die Mitteltöne.
Die Weißhöhung sollte sich nur an den hellsten Bereichen
orientieren. Dabei habe ich selbst anfangs unnötigerweise
Bereiche neben dem Baum gehöht. Entfernen lässt sich einmal
aufgebrachte Acrylfarbe nicht mehr, in diesem Stadium sind Fehler
aber völlig unproblematisch.
Dritter Arbeitsgang / 2 Unterrichtseinheiten
Ölfarbschicht
In der eigentlichen Ölmalschicht wird mit allen Farben des
Lukas-Sets gearbeitet, nur das Titanweiß wird durch den
Kremserweißton ersetzt. Zum Einsatz kommen der breite und der
schmale Borstenpinsel.
Das Vorgehen in der Ölmalschicht beginnt bezüglich der Tonwerte
nicht mit dem Setzen von Schwarz, aus gutem Grund: Die ausreichend
kontrastierte Untermalung soll als Anker und Anhaltspunkt für die
Helligkeitswerte der Farben dienen.
Beginnt man nun mit dem Himmel und dessen Spiegelung im See am
unteren Bildrand, startet man auf der Helligkeitsbasis der
Imprimitur. Im Abgleich mit der Vorlage behält man eine gute
Orientierung anhand der schon vorhandenen dunklen Bereiche des
unvermischten Dunkelbrauns und den hellsten Bereichen der
Weißhöhung.
Das Himmelblau kann zunächst grob auf der Palette angemischt
werden, man sieht jedoch an der Vorlage, dass es dort keinen
homogenen Farbton gibt. Es darf also auch ruhig auf dem Bild
selbst gemischt, bzw. weitergemischt werden. Wichtig ist nur, dass
nicht die gesamte Fläche der Imprimitur mit Farbe geschlossen
wird, der Untergrund soll ruhig dünn hervorscheinen.
Die Farbe sollte auch nicht bis an die angrenzenden Bereiche der
Untermalung oder den Linien der Unterzeichnung herangeführt
werden. Die Imprimitur soll schließlich wie eine Kontur nahezu
überall zwischen den Farbflächen sichtbar bleiben. Dieses Vorgehen
gilt auch für alle folgenden Schritte.
Da der Pinsel ohnehin blaue Farbe enthält, können die dunklen
Wolken mit Primärblau, Ultramarinblau und etwas Schwarz gemalt
werden. Auch hier dürfen innerhalb der Flächen unterschiedliche
Farbnuancen entstehen.
Nun kann man zum sauberen, schmalen Borstenpinsel wechseln und
rötliche und gelbe Bereiche ergänzen, die den Eindruck einer
soeben untergegangenen Sonne verstärken.
Im nächsten Schritt folgt die grüne Vegetation am linken Ufer mit
Chromoxidgrün, lichtem Ocker und Ultramarinblau, ergänzt mit etwas
Weiß.
Erst danach werden nach kurzer Reinigung des Pinsels die
dunkelsten Bereiche mit Schwarz überarbeitet.
Nach einem Abgleich mit der Vorlage und der
ausschließlichen Betrachtung des Bildes bezüglich etwaiger
störender Bereiche besteht der letzte Arbeitsschritt in der
Ergänzung oder Ausarbeitung der Details und der Nachbesserung
einzelner Bildbereiche.
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