K+U 493/494

Nils Pooker

Material "Impressionismus"

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Fotos der Entstehungsphasen


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Monet und der Impressionismus

Der Begriff Impressionismus ist bereits in den 1860er Jahren in Frankreich dokumentiert, damit sollte der Stil des flüchtigen Eindrucks (franz.: „impression“) enger gefasst werden, der sich sowohl in der Wahrnehmung, als auch in der raschen, skizzenhaften Maltechnik zeigte, die auf vielen Bildern der sogenannten „Schule von Barbizon“ zu sehen sind, allerdings in eher gedeckten Farben. Monet präsentierte eines seiner Bilder mit dem Titel „Impression, Sonnenaufgang“ 1874 in einer berühmt gewordenen Ausstellung.

Claude Monet, "Impression, Sonnenaufgang", 1872

Nachdem ein Kunstkritiker dann abwertend von dieser „Ausstellung der Impressionisten“ schrieb, wurde der Begriff zu einem Synonym für alle jungen Künstler:innen, die sich gegen die offiziellen Kunstrichtungen stellten, auch wenn die Auffassungen, Stile und Techniken unterschiedlich waren.

Claude Monet gilt als der bekannteste und populärste Vertreter des Impressionismus. Bis heute glauben viele Menschen, Monet hätte seine Bilder bis ins hohe Alter ausschließlich direkt vor dem Motiv im Freien geschaffen, immerhin pflegte er selbst diese Erzählung und ließ sich noch 1915 bei Malen vor dem aufwendig angelegten Seerosenteich filmen. Tatsächlich hat er nur bis in die 1880er Jahre seine Bilder teilweise – aber nicht bis zum letzten Pinselstrich – direkt vor dem Motiv gemalt und im Atelier letzte Hand angelegt. Fast alle Gemälde danach entstanden aber hauptsächlich im Atelier. Auffällig ist das vor allem bei seinen Serien von Pappeln oder Heuschobern, die nur eine bestimmte Lichtsituation wiedergeben sollen. Monet hat diese Bilder in zahlreichen Farbschichten aufgebaut, er hätte nach den notwendigen Trocknungszeiten jeweils immer nur maximal eine Stunde an den Werken arbeiten können, in dieser Technik hätten viele Bilder dann aber Jahre bis zur Fertigstellung benötigt. In rein impressionistischer Manier setzte er in wenigen Malschichten nur den ersten Eindruck vor dem Motiv um, faktisch nur als eine sizzenhafte Untermalung.

Claude Monet, "Frau mit Sonnenschirm" (Ausschnitt), 1875

Monets Technik aus der Blüte des Impressionismus lässt sich im Bildausschnitt des Gemäldes „Frau mit Sonnenschirm“ gut nachvollziehen. Der Maler lässt am rechten Bildrand einen größeren Bereich der fahlen Grundierung weitgehend unbearbeitet, lediglich einige Spuren von weißer Farbe ragt in diesen Bereich. Die vermeintliche Flüchtigkeit des Eindrucks bezieht sich eher auf die Art und Weise der dynamischen, skizzenhaften Pinselstiche. Die Lichter auf dem Kleid sind wie Blumen im Vordergrund schnell aufgetragen. Dennoch besteht das Bild aus mehreren Farbschichten, viele Striche hat Monet nass auf trocken aufgetragen, es handelt sich hier also nicht um eine Primamalerei in einem Zuge.

In seinen späteren Bildserien der 1890er Jahre verwendete Monet zunehmend zähe Farbe, die er nahezu reliefartig auftrug, um so die Sichtbarkeit der Pinselstriche zu reduzieren und gleichzeitig die Dynamik der Farbmassen in der Wahrnehmung zu verstärken. Er entzog den Tubenfarben das Öl, indem er sie zunächst auf einem saugenden Blatt Papier ausdrückte und erst dann auf die Palette setzte.

Claude Monet, "Kathedrale von Rouen im Morgenlicht" (Ausschnitt), 1894