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	<description>Texte zu Webdesign und Webstandards</description>
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		<title>Verlosung: 3 x Jahresabo Webstandards-Magazin</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Apr 2009 14:50:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nils Pooker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Webstandards]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich schreibe gerade zwar wieder an einem etwas längeren Essay für mein vernachlässigtes Blog, trotzdem hier noch schnell eine Eilmeldung: Webmasterpro verlost 3 Jahresabos des überaus gelungenen Webstandards-Magazins – Einsendeschluss ist der 22.04. Also: nix wie hin!
Auch ich durfte für das Magazin einen Beitrag schreiben. Passend zum Schwerpunktthema E-Commerce lautete mein Beitrag: &#8220;Warenkörbe als Datentabelle [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich schreibe gerade zwar wieder an einem etwas längeren Essay für mein vernachlässigtes Blog, trotzdem hier noch schnell eine Eilmeldung: <a href="http://www.webmasterpro.de/portal/news/2009/04/15/webstandards-magazin-wir-verlosen-3-jahresabos.html">Webmasterpro verlost 3 Jahresabos</a> des überaus gelungenen <a href="http://www.webstandards-magazin.de/">Webstandards-Magazins</a> – Einsendeschluss ist der 22.04. Also: <a href="http://www.webmasterpro.de/portal/news/2009/04/15/webstandards-magazin-wir-verlosen-3-jahresabos.html">nix wie hin</a>!</p>
<p>Auch ich durfte für das Magazin einen Beitrag schreiben. Passend zum Schwerpunktthema E-Commerce lautete mein Beitrag: &#8220;Warenkörbe als Datentabelle – und wie man sie mit CSS schön gestaltet&#8221;. Also was fürs Herz der Designer.</p>
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		<title>Technikwürze – 123, ganz viele &#8230;</title>
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		<pubDate>Mon, 17 Nov 2008 11:49:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nils Pooker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Webstandards]]></category>

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		<description><![CDATA[Ganz viele Minuten hat die aktuelle Folge 123 der Technikwürze – nämlich rund 140. Das ist laut Technikwürze-Chef David Maciejewski nicht nur die längste Episode, für mich es ist auch eine Premiere: Ich war zum ersten Mal dabei und es hat riesigen Spaß gemacht. Das Thema lautete &#8220;YAML total&#8221;, es ging also um das professionelle [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ganz viele Minuten hat die aktuelle <a href="http://technikwuerze.de/podcast/technikwuerze123/" title="Technikwürze Nummer 123">Folge 123 der Technikwürze</a> – nämlich rund 140. Das ist laut Technikwürze-Chef David Maciejewski nicht nur die längste Episode, für mich es ist auch eine Premiere: Ich war zum ersten Mal dabei und es hat riesigen Spaß gemacht. Das Thema lautete &#8220;YAML total&#8221;, es ging also um das professionelle CSS-Framework <a href="http://www.yaml.de" title="YAML-Startseite">YAML</a>. Es gab einen kurzweiligen Plausch, hauptsächlich zwischen <a href="http://www.highresolution.info" title="Website von Dirk Jesse">YAML-Chefingenieur Dirk Jesse</a> und mir. Davids Routine als souveräner Moderator und die professionelle Strukturierung seiner Sendung sorgten dafür, dass die Diskussion nicht noch eine weitere Stunde dauerte.</p>
<p>YAML ist nicht nur das Konzept meiner Wahl, mit dem ich täglich und gern arbeite, immer wieder erstaunt mich die Kreativität und Beharrlichkeit, mit der Dirk die neuen Versionen bestückt – wobei der Begriff <em>Version</em> nicht ganz korrekt ist, handelt es sich doch bei einem Framework um ein <em>Regelwerk</em> und nicht um ein Tool.</p>
<p>Ich hatte mich mit Dirk am Tag zuvor telefonisch leicht verständigt, worüber geredet werden sollte. Ich ahnte da bereits, dass es &#8220;etwas länger&#8221; werden könnte, aus dem kurzen Telefonat wurde schon so eine halbe Technikwürze, nur ohne Aufnahme.</p>
<p><em> &#8220;Stunden, nachdem wir gegangen waren, fielen mir die besten Argumente ein&#8221;</em>. So erging es nicht nur mir, auch Dirk hätte noch einiges beitragen können. Hm, war es dann am Ende wohl doch noch zu kurz? Naja, sei&#8217;s drum: welcher Zuhörer hätte noch länger durchgehalten?</p>
<h3>Mein Praxistipp für alle Interessierten:</h3>
<ol>
<li>YAML-Website besuchen: <a href="http://www.yaml.de" title="YAML-Startseite">www.yaml.de</a></li>
<li>Projektvorlage <strong>&#8220;Simple Project&#8221;</strong> herunterladen</li>
<li>Mit dem <a href="http://builder.yaml.de/" title="YAML-Builder">YAML-Builder</a> CSS-Layout und Seitenteile definieren</li>
<li>Den per Builder generierten Quellcode in die Projektvorlage einpflegen</li>
<li>Wer will, kann anschließend mit einem PHP-Framework abschmecken, mit <a href="http://jquery.com/" title="Javascript-Framework">jQuery</a> garnieren, und das ganze mit einem schönen CMS direkt am Tisch des Gastes servieren.</li>
</ol>
<p><em>Voila!</em></p>
<h3>Das YAML-Buch</h3>
<p>Nicht nur den potentiellen Nutzern des CSS-Frameworks sei übrigens auch das YAML-Buch von Dirk Jesse wärmstens empfohlen – mittlerweile ist es in der zweiten Auflage erschienen.</p>
<p>Jedem Leser, der sich ernsthaft mit den Tiefen und Ursachen der Browser-Bugs näher beschäftigen möchte, kann nur zu diesem Buch greifen, das unter dem Titel &#8220;<a href="http://www.amazon.de/gp/product/3836211351?ie=UTF8&amp;tag=pookerartde-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3836211351">CSS-Layouts: Praxislösungen mit YAML</a><img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=pookerartde-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3836211351" />&#8221; (Amazon-Affiliate-Link) detailliert und mit akribischer Sorgfalt alles vom kleinen Spaßmacher bis zum Verursacher von Entwickler-Infarkten alles darlegt.</p>
<p>(Empfindliche Gemüter sollten stets einen Magenbitter zu diesem Buchteil bereithalten!)</p>
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		<title>Meine Artikel im Webkrauts-Adventskalender 2007</title>
		<link>http://pookerart.de/wordpress/?p=20</link>
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		<pubDate>Sat, 01 Mar 2008 08:43:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nils Pooker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Webstandards]]></category>

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		<description><![CDATA[Nachdem ich aus Gründen des aktuellen Arbeitsaufkommens nur wenig Zeit für neue Romane hatte, hier zunächst meine Quickies des Webkraut-Adventskalenders 2007 auf einen Blick.
8.12.
Grafiklayout, Styleguide oder HTML-Prototyp?
Der Erstellung einer Website ist – unabhängig vom Umfang – immer ein Workflow in mehreren Schritten aus Planung, Konzeption und Umsetzung. Für die inhaltliche, technische und visuelle Darstellung dieser [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nachdem ich aus Gründen des aktuellen Arbeitsaufkommens nur wenig Zeit für neue Romane hatte, hier zunächst meine Quickies des <a href="http://www.webkrauts.de/category/adventskalender-2007/">Webkraut-Adventskalenders 2007</a> auf einen Blick.</p>
<p><strong>8.12.</strong></p>
<h3>Grafiklayout, Styleguide oder HTML-Prototyp?</h3>
<p>Der Erstellung einer Website ist – unabhängig vom Umfang – immer ein Workflow in mehreren Schritten aus Planung, Konzeption und Umsetzung. Für die inhaltliche, technische und visuelle Darstellung dieser Phasen gibt es verschiedene Möglichkeiten.</p>
<p>Grafische Layouts</p>
<p>Grafische Layouts werden vorwiegend mit Bildverarbeitungs- oder Vektorprogrammen umgesetzt. Diese Methode stammt aus dem Print-Bereich und soll die Optik einer exemplarischen Website visualisieren.</p>
<p><img src="http://www.pookerart.de/wordpress/quickies/styleguide/graflayout.gif" /></p>
<h5>Vorteile</h5>
<ul>
<li>Grundlayouts sind flexibel und schnell umzusetzen</li>
<li>Einbindung der Elemente des Corporate Designs</li>
<li>Kunde kann sich &#8220;ein Bild machen&#8221; von seiner Site</li>
</ul>
<h5>Nachteile</h5>
<ul>
<li>Nur Einzeldokumente in fixem Gestaltungsraster</li>
<li>Aktion und Interaktion sind nicht darstellbar</li>
<li>Detaillierte Darstellungen sind nicht praktikabel</li>
</ul>
<p>Grafische Layouts sind keine Webseiten und nur als &#8220;optische Krücke&#8221; zu gebrauchen. Primäre Eigenschaften einer Website lassen sich nicht darstellen. Sinnvoll und flexibel können grafische Layouts für die Kundenkommunikation eingesetzt werden, man sollte sich aber auf die Visualisierung von Grundgerüst, Farben und Kurzbeschreibung der Inhalte beschränken.</p>
<p>Eine interessante Weiterentwicklung ist die <a href="http://www.jasonsantamaria.com/archive/2004/05/24/grey_box_method.php">Grey-box-Methode</a> von Jason Santa Maria. Hier liegt der Fokus auf die Einbindung webspezifischer Elemente und der Positionierung der Inhalte. Auf Layout und Farben wird verzichtet. Diese &#8220;Graukästen&#8221; bieten ein gutes Werkzeug für die interne Arbeit des Webdesigners, auch als Grundlage für grafikbasierte Layouts.</p>
<h4>Online-Styleguides</h4>
<p>Ein Online-Styleguide erweitert die aus dem Printbereich bekannte Darstellung von Elementen eines visuellen Basiskonzeptes um die interaktiven und webspezifischen Elemente einer Website. Beispielhaft ist der Online-Styleguide der <a href="http://styleguide.bundeswehr.de/v3/styleguide/grundlegendes/index.html">Bundeswehr</a>.</p>
<h5>Vorteile</h5>
<ul>
<li>Idealfall eines medienunabhängigen Corporate Designs</li>
<li>Einbeziehung aller Elemente der späteren Website</li>
<li>Keine Visualisierungsproblematik eines Layouts</li>
</ul>
<h5>Nachteile</h5>
<ul>
<li>Hoher Aufwand vor der Umsetzungsphase</li>
<li>Realisierbar nur mit detaillierter Planung aller Elemente</li>
<li>Gefahr späterer gestaltungs- und funktionsrelevanter Änderungen</li>
</ul>
<p>Die Erstellung eines Online-Styleguides ist nur für sehr große Sites oder Portale sinnvoll. Im Idealfall ist der Online-Styleguide Teil eines Corporate Designs und berücksichtigt die spezifischen Anforderungen einer Website.</p>
<h4><span class="caps">HTML</span>-Prototypen</h4>
<p>&#8220;Rapid Prototyping&#8221; bezeichnet die Methode, ein Website-Projekt von Beginn an als (X)HTML-Projekt umzusetzen. Die Grenzen zwischen Planung, Konzeption und Umsetzung sind kaum noch vorhanden.</p>
<h5>Vorteile</h5>
<ul>
<li>Medienkonformer Workflow bezüglich Inhalt, Technik und Design</li>
<li>Flexibel einsetzbar durch Verwendung von Webstandards</li>
<li>Ideal für Usability-Kontrolle und in der Kundenorientierung</li>
</ul>
<h5>Nachteile</h5>
<ul>
<li>Hohe Anforderungen an das Know-how des Webdesigners</li>
<li>Ständige Wechsel zwischen Planungs- und Umsetzungsschritten</li>
<li>Notwendigkeit ständiger Kontrolle der Browserkompatibilität</li>
</ul>
<p>Die Vorteile machen das <span class="caps">HTML</span>-Prototyping theoretisch zur perfekten Methode mit unschlagbaren Vorteilen, Browserprobleme führten aber immer zu unkalkulierbarem Mehraufwand. Ein idealer Weg für <span class="caps">HTML</span>-Prototyping ist die Arbeit mit bewährten Templates oder einem Framework.</p>
<p><strong>13.12.</strong></p>
<h3>Mehrfacher Einsatz von Hintergrundgrafiken</h3>
<p>Hintergrundgrafiken sind bei vielen Webseiten ein wichtiger Bestandteil des Designs. Durch wiederholten Einsatz lassen sich die Gefahren langer Ladezeiten durch zu große oder zu zahlreich verwendete Grafiken vermeiden.</p>
<h4>Einsatzgebiete</h4>
<p>Hintergrundgrafiken werden eingesetzt, um entweder dem Grundlayout eine <a href="http://de.encarta.msn.com/media_461547617_761571997_-1_1/Figur-Grund-Beziehung.html">Figur-Grund-Beziehung</a> zu geben (z. B. <a href="http://alistapart.byteshift.de/fauxcolumns/">Faux-Columns-Technik</a> oder <a href="http://www.smileycat.com/miaow/archives/000044.php">abgerundete Ecken</a>), bzw. um einzelne Seitenbereiche oder Elemente optisch hervorzuheben.</p>
<h4>Mehrfache Verwendung einer Grafik</h4>
<p><span class="caps">CSS</span> bietet mit den Werten für das background-Element zahlreiche Möglichkeiten:</p>
<ul>
<li><code>background-color</code></li>
<li><code>background-image</code></li>
<li><code>background-repeat</code></li>
<li><code>background-attachment</code></li>
<li><code>background-position</code></li>
</ul>
<p>Die Syntax <code>background-attachment: fixed;</code> sollte man aus Rücksicht der Browserkompatibilität nur für das body-Element verwenden.</p>
<p>Vorteilhaft bei der gezielten Verwendung ist die Tatsache, dass eine Grafik nicht allein aus sich heraus wahrgenommen wird, sondern immer im Kontext mit der Umgebung. Beispiel: ein Photoshop-Schatten ist lediglich ein Graustufenverlauf. Dieser Verlauf wird in der Wahrnehmung des Betrachters nur dann zu einem Schatten, wenn er an eine Fläche grenzt, die heller oder dunkler ist als der tiefste Tonwert des Graustufenverlaufs. Ist der Flächentonwert identisch, erscheint er wie ein abschließender Verlauf.</p>
<p><img src="http://www.pookerart.de/wordpress/quickies/hintergrund/grundgrafiken.gif" align="left" height="46" width="100" />Diese einfachen Verläufe (vertikal und horizontal) könnte man mehrfach auf einer Website einsetzen:</p>
<h5 style="clear: both">Hintergrundgrafik mit <code>background-repeat: repeat-x</code></h5>
<p><img src="http://www.pookerart.de/wordpress/quickies/hintergrund/beispiel_komplett.gif" height="227" width="422" /></p>
<p>Die Beispiele 1 bis 3 zeigen den Graustufenverlauf als Schatten, der per <code>background-position: left bottom</code> und <code>repeat-x</code> dargestellt wird. Hintergrund-Tonwerte bestimmen die Wirkung des Schattens. Beispiel 4 zeigt einen mit der Hintergrundfarbe verbundenen Verlauf. In den Varianten 5 und 6 wird die an die Top-Position platzierte Grafik als sanfter Übergang in die Hintergrundfarbe wahrgenommen, in Beispiel 6 mit einer negativen vertikalen Verschiebung (<code>background-position: 0 -10px;</code>). Man könnte jetzt das Beispiel 4 als Link-Element wählen, der beim Hovern Beispiel 6 anzeigt. Wie sehr zusätzliche Grafikelemente die eigene Wahrnehmung beeinflusst, sieht man an den Ausschnitten rechts: die Beispiele sind identisch, wirken jedoch ohne Rand und Schatteneffekt im direkten Kontext mit dem Hintergrund anders.</p>
<h5>Hintergrundgrafik mit <code>background-repeat: repeat-y</code></h5>
<p><img src="http://www.pookerart.de/wordpress/quickies/hintergrund/beispiel_komplett2.gif" /></p>
<p>Horizontal laufende Grafiken in vertikaler Wiederholung werden oft zur Abgrenzung von Spalten (Layout oder Seitenbereiche) eingesetzt. Diese kann wie in den Varianten 1 und 4 auch unsichtbar sein (Position <code>right</code> in linker, bzw. <code>left</code> in rechter Spalte). Man sieht anhand der Beispiele 4 und 5, dass der Verlauf im Tonwert anders wahrgenommen wird, in Beispiel 4 wirkt er erheblich heller. Im Beispiel 6 wirkt die Abgrenzung weicher, die linke Spalte bekam einen 1-Pixel-Rand mit einem mittleren Grau aus dem Verlaufsbereich. Rechts die Wirkung innerhalb einer einheitlichen Umgebungsfarbe unter Verwendung von <code>border</code>, z. B. für Elemente oder transparente <code>Div</code>-Container vor einer entsprechenden Hintergrundgrafik. Die Linien selbst sind jeweils einfarbig, erscheinen aber wie Verläufe, beeinflusst durch die differenzierten Tonwerte in der Umgebung. Diese wahrnehmungsbezogenen Methoden ermöglichen so interessante Effekte in der Gestaltung von Webseiten.</p>
<p><strong>20.12.</strong></p>
<h3>Mit Webstandards Zeit und Geld sparen</h3>
<p>Beim Thema Kostenersparnis durch Webstandards wird von Standardistas meistens das Argument des schlanken Quellcodes vorgebracht, der zu geringeren Provider- und Traffic-Kosten führt. Das trifft zwar für umfangreiche und stark frequentierte Sites zu, das Argument greift dennoch zu kurz. Die tatsächliche Kostenersparnis macht sich vielmehr durch den erheblich reduzierten Abeitsaufwand bemerkbar, unabhängig vom Umfang einer Webseite.</p>
<p>Eine mit Frames, Tabellenlayouts und Font-Tags verseuchte Webseite erscheint kostentechnisch nur im Moment der Online-Stellung ohne erkennbare Nachteile. In allen Projektphasen davor und in den Änderungsphasen danach verursacht eine semantisch strukturierte, nach geltenden Webstandards erstellte Webseite weniger Aufwand und Kosten.</p>
<p>Auch im Webdesign gilt: Zeit ist Geld. Es ist die Summe gesparter Minuten, Stunden und Tage, die sich nicht nur während des Projekt-Workflows positiv auf die Kosten auswirkt. Die gesamte Lebensdauer einer Website ist ständigen Designveränderungen, Erweiterungen und Anpassungen unterworfen.</p>
<h4>Freiheit, Kontrolle, Transparenz</h4>
<p>Das wichtigste Kostenargument für semantischen Webseiten ist die strikte Trennung der Präsentation von den eigentlichen Inhalten der (X)HTML-Seiten. Diese Trennung bringt dem Webdesigner drei wichtige Vorteile:</p>
<ol>
<li>Freiheit zur Gestaltung von Inhalt und Form</li>
<li>Kontrolle über den gesamten Workflow</li>
<li>Transparenz des Quellcodes</li>
</ol>
<h4>Vorteile in der Planungsphase</h4>
<p>Der Webdesigner hat die Freiheit, zuerst die (X)HTML-Seiten nach den Anforderungen der Inhalte zu codieren, er kann sogar sämtliche Einzelseiten fertig stellen, ohne sich Gedanken über die Präsentation zu machen. <span class="caps">CSS</span>-Layouts ermöglichen sogar die Planung eines Projektes auf der Grundlage eines fertigen Designs.</p>
<h4>Vorteile in der Konzeptionierungs- und Umsetzungsphase</h4>
<p>Nur selten wird ein Website-Projekt vom Kunden von der Planung bis zur Umsetzung durchgewunken. Ergänzung von Elementen oder die Modifizierung einiger Attribute in der <span class="caps">CSS</span>-Datei sind oft in Minuten erledigt.<br />
<span class="caps">HTML</span>-Prototyping und/oder <span class="caps">CSS</span>-Frameworks ermöglichen einen ökonomischen Workflow, selbst wenn der Kunde kurz vor dem Launch gestaltungsspezifische Änderungswünsche formuliert. Der Webdesigner verliert weder kostbare Zeit, noch die Kontrolle über das Projekt.</p>
<h4>Vorteile in der Website-Pflege</h4>
<p>Unschlagbar sind Webstandards in der Praxis von Aktualisierungen und Relaunches. Nicht alles kann schnell und problemlos geändert oder ergänzt werden, der Webdesigner kann sich aber auf die Inhalte konzentrieren. Die Transparenz des Quellcodes garantiert auch bei seltenen Aktualisierungen ein schnelles Einarbeiten in den Aufbau der Webseite.</p>
<p>Die korrekte Einhaltung der Webstandards ermöglicht mit überschaubarem Aufwand sogar die seitenübergreifende Ergänzung von IDs und Klassen, selbst ein komplettes Layout auf der Basis von <code>float</code>-Umgebungen lässt sich über die <span class="caps">CSS</span>-Datei verändern. Die Modifizierung des Designs ohne Änderung der Inhalte lässt sich sogar in wenigen Tagen realisieren. Zeit- und kostensparende Vorteile, die nicht einmal bei einem rudimentären Tabellenlayout vorhanden sind.</p>
<p><strong>24.12.</strong></p>
<h3>Transparenzeffekte mit PNG-24 und CSS</h3>
<p>Bildtransparenzen bieten im Webdesign viele Einsatzmöglichkeiten. Monochrome <span class="caps">PNG</span>-Deko-Bilder &#8220;verschmelzen&#8221; beispielsweise über definierter <code>background-color</code> optisch mit den Hintergrundfarben von Webseiten: Ideal für verschiedene Website-Templates und in der Konzeptionierungsphase.<br />
Wird dem Bild ein Link zugewiesen, ergeben sich interessante Hover-Effekte. <a href="http://www.pookerart.de/png24">Hier ein grundsätzliches Beispiel</a> mit einer <span class="caps">PNG</span>-Datei und Änderung der Hintergrundfarbe.</p>
<p>Leider ist die Datenmenge bei <span class="caps">PNG</span> mit Alphakanal größer als bei <span class="caps">JPEG</span>- oder <span class="caps">GIF</span>-Bildern.  Weder der <span class="caps">IE5</span>, noch der <span class="caps">IE6</span> konnten <span class="caps">PNG</span>-24-Alphakanäle anzeigen, mittlerweile gibt es aber <a href="http://homepage.ntlworld.com/bobosola/">geeignete Javascript-Lösungen</a>. Auch die <a href="http://grochtdreis.de/weblog/2007/11/14/png-hintergrund-fix/">dunklen <span class="caps">PNG</span>-Farben</a> lassen sich vermeiden.</p>
<h3>Ein Weihnachtsmotiv: Vorbereitung in Photoshop</h3>
<p><img src="http://www.pookerart.de/wordpress/quickies/png/komposit2.jpg" /></p>
<p>Bild 1 zeigt die Vorlage für die spätere <span class="caps">PNG</span>-Datei (Bild 2). Zunächst wählen wir gezielt die gewünschten Bildbereiche aus. Eine bequeme Auswahlmöglichkeit mit Transparenzen bekommt man unter &#8220;Auswahl – Farbbereich auswählen…&#8221;. Mit der Pipette klickt man auf den dunkelsten Bereich und definiert die Toleranz mit &#8220;200&#8243;.</p>
<p><img src="http://www.pookerart.de/wordpress/quickies/png/farbbereich1.jpg" /></p>
<p>Mit &#8220;Befehlstaste-C&#8221; und anschließendem &#8220;Befehlstaste-V&#8221; erhalten wir ein neue Ebene mit dunklen Farbbereichen. Wir wählen zusätzlich eine helle Flächen aus, verkleinern die Toleranz auf &#8220;80&#8243; und generieren eine neue Ebene mit hellen Farbbereichen.</p>
<p><img src="http://www.pookerart.de/wordpress/quickies/png/farbbereich2.jpg" /></p>
<p>Zuletzt folgt die Lichthöhe, mit einem Auswahlrechteck eingegrenzt und einer Toleranz von &#8220;200&#8243;. Die Ebenen auf transparentem Hintergrund werden nun über &#8220;Für Web speichern…&#8221; als einzelne <span class="caps">PNG</span>-24-Datei (Transparenz) im Web-Ordner abgelegt.</p>
<h3>Transparenzeffekte mit <span class="caps">CSS</span></h3>
<p>Effekte werden per <span class="caps">CSS</span> als MouseOver-Aktion mit der Pseudoklasse <code>:hover</code> definiert. Dass und wie man in der Praxis solche Effekte auch für Tastaturbenutzer mittels <code>:focus</code> und <code>:active</code> zugänglich macht, zeigt der <a href="http://www.webkrauts.de/2007/12/14/oops-wo-bin-ich-ein-herz-fuer-tastaturnutzer/">Beitrag von Tomas Caspers</a>.</p>
<h4>Beispiele</h4>
<p><a href="http://www.pookerart.de/adventskalender_png24">Drei Beispiele für Transparenzeffekte findet Ihr in unserem Testcase</a>. Dort liegen auch die verwendeten Bilddateien zum Download bereit.</p>
<h4>Transparenzeffekt: <code>background-color</code></h4>
<p>Beispiel 1 zeigt den Effekt über eine Änderung der Hintergrundfarbe beim Hovern. Die halbtransparenten roten Bereiche der Christbaumkugel erscheinen vor dem gelben Hintergrund orangefarben.</p>
<h4>Transparenzeffekt: <code>background-image</code></h4>
<p>Beispiel 2 verwendet ein Hintergrundbild in der gleichen Größe wie die <span class="caps">PNG</span>-Datei. Per <code>background-position: 0 -200px;</code> zunächst versteckt, erscheint das Hintergrundbild beim Hovern mit <code>background-position: 0 0;</code> hinter der <span class="caps">PNG</span>-Datei. Der unruhige, türkisfarbene &#8220;Fleck&#8221; wirkt durch die <span class="caps">PNG</span>-Transparenz hindurch.</p>
<h4>Transparenzeffekt: <code>background-position</code> und <code>background-repeat</code></h4>
<p>In Beispiel 3 wird der obere Teil der Hintergrundgrafik (<code>background-repeat: repeat-x</code>) versteckt und erst beim Hovern mit <code>background-position: 0 -120px;</code> am unteren Bildende gezeigt. Zusätzlich wurde dem <span class="caps">PNG</span> eine Klasse mit 2-Pixel-Rand zugewiesen, der in modernen Browsern beim Hovern eine andere <code>border-color</code> zeigt.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Webkrauts-Umfrage und Tech Talks</title>
		<link>http://pookerart.de/wordpress/?p=19</link>
		<comments>http://pookerart.de/wordpress/?p=19#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 21 Dec 2007 12:45:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nils Pooker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Webdesign]]></category>

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		<description><![CDATA[»Wir wollen es wissen« – Webworker-Umfrage 2008
Webkrauts starten Umfrage in der deutschsprachigen Webszene
Was?
Das US-amerikanische Online-Magazin &#8220;A List Apart&#8221; startete im April 2007 eine weltweite Umfrage zur Situation der Web-Branche. Die Webkrauts greifen diese Idee auf und starten Anfang des neuen Jahres eine ähnliche Umfrage, die Michael Jendryschik vorbildlich auf- und vorbereitet hat.
Wann?
Die Umfrage läuft vom [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>»Wir wollen es wissen« – Webworker-Umfrage 2008</h3>
<p><strong>Webkrauts starten Umfrage in der deutschsprachigen Webszene</strong></p>
<p><strong>Was?</strong><br />
Das US-amerikanische Online-Magazin &#8220;A List Apart&#8221; startete im April 2007 eine weltweite Umfrage zur Situation der Web-Branche. Die Webkrauts greifen diese Idee auf und starten Anfang des neuen Jahres eine ähnliche Umfrage, die Michael Jendryschik vorbildlich auf- und vorbereitet hat.</p>
<p><strong>Wann?</strong><br />
Die Umfrage läuft vom 07. Januar bis zum 18. Februar 2008. Die Ergebnisse werden im April 2008 auf den Internetseiten der Webkrauts veröffentlicht.</p>
<p><strong>Für wen?</strong><br />
An der Umfrage können sich Webentwickler, Webdesigner, Usability- und SEO-Gurus, XML-Spezies und alle anderen beteiligen, die für das Web im gesamten deutschsprachigen Raum tätig sind:</p>
<p><a href="http://jendryschik.de/wsdev/umfrage/"><img src="http://www.pookerart.de/wordpress/wk-umfrage-468-1.gif" title="zur Webkrauts-Umfrage" alt="zur Webkrauts-Umfrage" height="60" width="486" /></a></p>
<p>Weitere Infos unter <a href="http://www.webkrauts.de/umfrage2008" title="Webkrauts-Umfrage">www.webkrauts.de/umfrage2008</a></p>
<h3>Tech Talks jetzt online</h3>
<p>Als kleines Weihnachtsgeschenk hat Galileo Press die Vortrags-Videos des <a href="http://www.multimediatreff.de/galleryview.php?MMTGalleryID=10021">Multimediatreffs vom September 2007</a> in Köln online gestellt. Für alle Teilnehmer, Referenten und Gäste noch einmal die Gelegenheit, alle Vorträge erneut zu sehen. Und wer nicht dabei sein konnte, hat damit jetzt die Möglichkeit, den Multimediatreff auf seinen PC-Monitor zu holen. Der aktuelle Flash-Player ist die einzige Voraussetzung.</p>
<p><strong>Die Tech Talks liegen hier:</strong><br />
<a href="http://www.galileocomputing.de/techtalks">www.galileocomputing.de/techtalks</a></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Beinahe schon fast schlank bis Weihnachten – mit den Webkrauts!</title>
		<link>http://pookerart.de/wordpress/?p=17</link>
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		<pubDate>Thu, 29 Nov 2007 09:17:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nils Pooker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Webstandards]]></category>

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		<description><![CDATA[
Hoppla, der Weihnachtsmann kommt!
Und das – schon wieder völlig überraschend – am 24. Dezember.
In grauer Vorzeit wurde als Weihnachts-GTD der Adventskalender erfunden. Damit bleibt die Wartezeit für die Kinder kurzweilig und als Erwachsener merkt man nicht erst am 23., dass für Erbtante Ottilde (92) noch ein Geschenk fehlt (&#8221;Shit. Gibt&#8217;s Doppelherz auch an der Tanke?&#8221;).
Für [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.webkrauts.de/category/adventskalender-2007/" title="Webkrauts-Adventskalender"><img src="http://pookerart.de/wordpress/wp-content/uploads/2007/11/advent07.jpg" alt="Zum Webkrauts-Adventskalender" /></a></p>
<p><strong>Hoppla, der Weihnachtsmann kommt!</strong></p>
<p>Und das – schon wieder völlig überraschend – am 24. Dezember.</p>
<p>In grauer Vorzeit wurde als Weihnachts-GTD der Adventskalender erfunden. Damit bleibt die Wartezeit für die Kinder kurzweilig und als Erwachsener merkt man nicht erst am 23., dass für Erbtante Ottilde (92) noch ein Geschenk fehlt (&#8221;Shit. Gibt&#8217;s Doppelherz auch an der Tanke?&#8221;).</p>
<p>Für Webdesigner und Webentwickler gibt es wie in den vergangenen Jahren die schokofreie und sogar kalorienverbrennende <a href="http://www.webkrauts.de/category/adventskalender-2007/">Version des Adventskalenders</a>. Wir Webkrauts haben uns zum Ziel gesetzt, mit den diesjährigen Advents-Quickies das Gehirn ordentlich anzuregen, den Stoffwechsel zu erhöhen und gleichzeitig das Wissen rund um Webstandards zu erweitern. Wir sorgen für gutes Gewissen bei der unbeschwerten Völlerei von Gänsen, Forellen, Würstchen, Kartoffelsalat und kiloweise Plätzchen!</p>
<p><strong>Also</strong>: 24 Tage mitlesen, nachdenken, nachmachen, abnehmen, weiternaschen!</p>
<p>Was gibt es? Kurze, knackige Texte zu Webstandards, CSS, Planung, Konzeptionierung, Webdesign, Schriften, Webgrafiken, Navigation, Spam und vieles andere mehr. Von mir gibt es diesmal übrigens auch vier Artikel.</p>
<p>Weitere Infos auch bei <a href="http://grochtdreis.de/weblog/2007/11/28/wieder-ein-adventskalender-der-webkrauts/" title="F-LOG-GE">Jens Grochtdreis</a></p>
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		<title>Eine letzte Runde um den Blog(ck): Barrierefreies Webdesign</title>
		<link>http://pookerart.de/wordpress/?p=15</link>
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		<pubDate>Tue, 06 Nov 2007 19:38:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nils Pooker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Webdesign]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Accessibility Blog Parade endet am 11.11. Ich möchte noch ein letztes Mal wichtige Aspekte aus meiner Sicht zu betrachten. Eine Sicht, die ich teilweise nun selbst modifizieren und in einigen Punkten revidieren muss. Im Laufe der Diskussion zu den Begrifflichkeiten und ihren Bedeutungen habe ich bemerkt, dass ich einige Dinge missverständlich aufgenommen und kommuniziert [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die <a href="http://www.mainweb.at/blog/2007/09/28/einladung-accessibility-blog-parade/">Accessibility Blog Parade</a> endet am 11.11. Ich möchte noch ein letztes Mal wichtige Aspekte aus meiner Sicht zu betrachten. Eine Sicht, die ich teilweise nun selbst modifizieren und in einigen Punkten revidieren muss. Im Laufe der Diskussion zu den Begrifflichkeiten und ihren Bedeutungen habe ich bemerkt, dass ich einige Dinge missverständlich aufgenommen und kommuniziert habe. Damit bin ich selbst in ähnlich Fallen getappt, die ich anderen Diskussionsteilnehmern zum Vorwurf machte.</p>
<h3>Barrierefreies Webdesign: Begriff, Workflow, Qualitätsmerkmal, oder was?</h3>
<p>Das Thema zahlreicher Diskussionsrunden war einserseits die Begrifflichkeit, andererseits die Bedeutung von Barrierefreiheit. Daraus entstehende Konfusionen sind normal und die gab es schon immer.</p>
<p>Der englische Philosoph John Locke (1632 &#8211; 1704) beschreibt in einem Essay die emotional geführte Debatte eines Mediziner-Kollegiums, ob in den Nervenbahnen ein so genannter <em>liquor</em> fließe. Verschiedene Argumente wurden ausgetauscht, aber eine Einigung war unmöglich. Locke selbst meldete sich mit der Frage zu Wort, was denn die Diskussionsteilnehmer überhaupt unter dem Begriff <em>liquor</em> verstünden. Nachdem diese Frage allen zunächst obsolet erschien, wurde sie doch erörtert. Das erstaunliche Ergebnis: beide Gruppen waren von völlig unterschiedlichen Bedeutungen ausgegangen. Die einen verneinten das Vorhandensein einer realen Flüssigkeit, die andern bejahten das Vorhandensein einer &#8220;wirkenden Kraft&#8221;. Man einigte sich anschließend, dass ein Fluidum als Kraft vorhanden sein müsse. Die Falle bestand auch in der Überzeugung, genau zu wissen, was der andere meinte. Also die Fehleinschätzung &#8220;Ich weiß genau, was du denkst, und das halte ich für falsch oder für richtig&#8221;.</p>
<p>Mir scheint, dass zum Thema Barrierefreies Webdesign ähnliche Fehleinschätzungen vorhanden sind. Auf breiter Front. Mich eingeschlossen.</p>
<p>Dass ich selbst in diese Falle getappt bin, merkte ich zuerst anhand des Kommentars von <a href="http://2bweb.de/services/">Jan Eric Hellbusch</a> zu <a href="http://pookerart.de/wordpress/?p=14">meinem Blog-Parade-Beitrag</a>, den ich ja auch vornehmlich als Antwort auf Jans <a href="http://www.blanzelot.de/2007/accessibility_blog_parade/">Kommentar zu einem Beitrag von Stefan Blanz</a> formulierte. Stefan Blanz selbst brachte das Thema der Begrifssverwirrungen und eine für mich sinnvoll erscheinende Lösung in seinem lesenswerten Beitrag <a href="http://www.blanzelot.de/2007/barrierefreiheit-accessibility-universal-webdesign/">&#8220;Barrierefreiheit, Accessibility und Universelles Webdesign&#8221;</a> zur Sprache.<br />
Ganz offensichtlich wurden meine eigenen semantischen Fehlleistungen aber erst durch den Beitrag <a href="http://www.einfach-fuer-alle.de/blog/eintraege.php?id=2263_0_1_0">&#8220;Wi(e)der die Begriffspiraterie&#8221;</a> im <a href="http://www.einfach-fuer-alle.de/blog/">EfA-Blog</a>. Kein Roman, keine ausufernden Erläuterungen, keine langen Zitate. Lediglich eine respektable Linkliste, die mit dem nüchternen Resümee endet:</p>
<blockquote><p>&#8220;Wir konnten beim besten Willen keine Textstelle finden, in der Barrierefreiheit als irgendetwas anderes definiert wird als die Zugänglichkeit für Menschen mit Behinderung.&#8221;</p></blockquote>
<h3>Barrierefreiheit heute: &#8220;Zuviel des Guten&#8221;?</h3>
<p>Ein kurzer Blick auf die Beiträge der Accessibility Blob Parade zeigt immerhin, dass die Aktion doch ein Erfolg war, wenn auch nur – wie fast immer – konzentriert auf die überschaubere Gruppe der Webdesigner, die sich überhaupt angemessen mit dem Thema befassen.<br />
Jens Grochtdreis sieht die <a href="http://grochtdreis.de/weblog/2007/10/16/accessibility-barrierefreiheit-zugaenglichkeit/">Barrierefreiheit als Gratwanderung</a> zwischen Pragmatismus und Selbstverständlichkeit, Stefan David thematisiert die <a href="http://weblog.ononlinework.de/webwelt/austausch-mit-nutzern-barrierearmer-websites/">Notwendigkeit von Nutzertests</a>, Wolfgang Wiese betrachtet das Thema als <a href="http://blog.xwolf.de/2007/10/18/barrierefreiheit-freiheit-fur-alle/">globalen Ansatz fürs Web</a>, Jan Eric Hellbusch stellt den <a href="http://www.mainweb.at/blog/2007/10/10/sinn-fuer-barrierefreiheit/">Menschen mit einer Behinderung</a> in den Vordergrund, Stefan Blanz analysiert den <a href="http://www.blanzelot.de/2007/accessibility_blog_parade/">Sinn der Grenzen von Inhalt und Bedeutung</a> des Begriffs, Eva Papst beleuchtet die <a href="http://www.mainweb.at/blog/2007/10/22/brettl-vorm-kopf/">grundsätzliche Notwendigkeit der Thematisierung</a>, Siegfried Gipp erweitert das Feld gar auf die <a href="http://www.rorkvell.de/news/2007/ar1021T101637">Zugänglichkeitsprobleme von MigrantInnen</a>, Maria Putzhuber versucht den Brückenschlag zwischen <a href="http://www.mainweb.at/blog/2007/10/18/barrierefreies-web-als-geschaeftsfeld/">Barrierefreiheit, Usabilty und Business</a>, Sylvia Egger hält dagegen und plädiert für die <a href="http://www.sprungmarker.de/archive/164/langswitch_lang/de">Eigenständigkeit des Themas</a>, ich polarisiere sarkastisch mit <a href="http://pookerart.de/wordpress/?p=14">gesellschaftlichen und moralischen Aspekten</a>.</p>
<p>Ist da etwa in den ganzen Jahren was schief gelaufen? Und wenn ja, was?<br />
Spätestens nach der Lektüre des KnowWare-Heftes <em>Barrierefreies Webdesign</em> von Jan Eric Hellbusch konnte jeder Webdesigner wissen, dass Barrierefreiheit keine &#8220;behindertengerechte Textversion&#8221; ist. Das fand – teilweise bis heute – jedoch nicht die große Entsprechung in der Realität des Webs, noch weniger als die Durchsetzung von Webstandards. Wie vermittelt man aber den Webdesignern, dass Barrierefreiheit auch außerhalb von gesetzlichen Vorgaben sinnvoll ist?</p>
<p>Weil es für alle Menschen einen Mehrwert bringt? Eine attraktive Idee, und immerhin heißt die unangefochtene Institution im Web als Quell unerschöpflicher Reichtümer zu diesem Thema auch &#8220;<a href="http://www.einfach-fuer-alle.de/">Einfach für Alle</a>&#8220;. Und da steht als <a href="http://www.einfach-fuer-alle.de/faq/#was-ist-EfA">Selbsterklärung</a>:</p>
<blockquote><p>&#8220;Die Initiative ›Einfach für Alle‹ wurde 2000 von der Aktion Mensch gestartet. Sie richtet sich an Anbieter von Internetseiten und Agenturen, die überzeugt werden sollen, dass auch sie von barrierefreiem Internet profitieren. Durch Unabhängigkeit vom Ausgabegerät erhöht Barrierefreiheit die Reichweite von Internetseiten. ›Schlanke‹ Programmierung sorgt für kürzere Ladezeiten und geringere Kosten. Barrierefreie Seiten sind in der Regel besser verständlich und leichter zu bedienen. Anbieter bekommen mehr und zufriedene Kunden. Barrierefreies Internet wurde zunächst für Menschen mit Behinderung konzipiert. Diese wurden zu Vorreitern der Umsetzung technischer Standards im Internet. Denn Webseiten, die für Braillezeile und Screenreader zugänglich sind, sind auch über Handy, PDA oder Auto-Bordcomputer zu erreichen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Soso, zunächst für Menschen mit Behinderung konzipiert. Und mittlerweile auch für alle Unternehmen interessant: Handy, PDA oder Auto-Bordcomputer sind ja nicht erst seit dem iPhone in aller Munde. Durch Unabhängigkeit vom Ausgabegerät erhöht Barrierefreiheit die Reichweite von Internetseiten. Gutes Argument. Das war es stets auch für mich.</p>
<p>Gutes Argument auch für den Marketing-Leiter des Kunden. Und schon sind wir im Agenturschnack mit ROI und Co., und der Tatsache, dass sogar EfA etwas kommunizierte, was sich in der Praxis des Webdesigns verselbständigt hat. Etwas, das die Betreiber der EfA-Seite garantiert so nie beabsichtigt haben.</p>
<p>Man reduziert einfach mal die Pro-Argumente auf die technischen und marketingspezifischen Aspekte. Und die ziehen eben auch ohne den Hinweis auf die Informationsrechte der Behinderten. Die ziehen sogar ohne jeglichen Hinweis auf behinderte Menschen. Wer will denn nicht Unabhängigkeit vom Ausgabegerät, kürzere Ladezeiten, geringere Kosten, mehr und zufriedene Kunden und höhere Reichweite von Internetseiten?</p>
<p>Das lässt sich der Kunde auch was kosten. Wenn es nicht zuviel wird. Also muss der Kompromiss her: Barrierearmut!</p>
<p>Auch hier bin ich selbst innerhalb der Diskussionen in die Falle getappt. Es geht nämlich um die Bedeutung des Begriffes. In einem Kommentar schrieb ich deshalb, dass Jan Eric Hellbusch den Begriff Barrierearmut (wahrscheinlich) ablehnt, weil er das konkret auf die Haltung “ein bisschen barrierefrei reicht mir” bezieht. Also: nicht mehr als unbedingt nötig machen und nach eigenem Ermessen ohne jede Richtlinie entscheiden, was barrierefrei ist und was nicht. Wahrliche eine schäbige Einstellung: entschuldigt alle Lücken und wäscht den Webdesigner rein. Andere verwenden den Begriff aber anders. Aus Gründen der Einsicht, dass es eben keine vollständige Barrierefreiheit geben kann, also die Haltung “Ich versuche alles, um die Seiten barrierefrei umzusetzen, vollkommen wird mir das wahrscheinlich nicht gelingen”. Ist das genauso schäbig?<br />
Es kommt also  – bildlich im Sinne der John-Locke-Geschichte gesprochen – auch hier darauf an, ob der <em>liquor</em> der Barrierefreiheit nur &#8220;lauwarmes Wasser&#8221; oder ein Fluidum &#8220;wirkender Kraft&#8221; in den Nervenbahnen der Webdesigner ist.</p>
<p>Apropos &#8220;vollkommene Barrierefreiheit&#8221;. Diesem Argument bin ich auch oft genug aufgesessen, um mit der gelegentlichen Frustration oder dem Gefühl der Unzulänglichkeit klar zu kommen. Was nämlich für Barrierefreiheit immer wieder gebetsmühlenartig angesprochen wird, gilt erstaunlicherweise nicht für andere Aspekte des Webdesigns. <strong>Spricht irgend jemand über das vollkommene Design, die vollkommene Benutzerführung oder die vollkommene Technik?</strong> Hat überhaupt schon mal jemand danach gefragt?</p>
<p>Nicht umsonst war es mir vor einiger Zeit auch ein großes Anliegen, die verschiedenen <a href="http://pookerart.de/wordpress/?p=11">Charakter-Haltungen zum Thema</a> als Artikel in meinem Blog polemisch darzustellen. Wenn man nämlich weiter sucht, findet man auch weitere Argumente für barrierefreies Webdesign. Etwas unfair zitiere ich weiterhin EfA: &#8220;›Schlanke‹ Programmierung sorgt für kürzere Ladezeiten und geringere Kosten.&#8221;</p>
<p>Genau! Aber das geht noch besser, wenn man mit Sprachauszeichnungen, Akronymen, Abbreviationen und den vor grafischen Browsern versteckten Elemente auch die Behinderten gleich weglässt. Eine standardkonforme Website wird noch viel schlanker als eine standardkonforme <em>und</em> barrierefreie Website. Wenn auch nur Idioten die Unterschiede übersehen, problematisch bleibt das Argument gerade deshalb.</p>
<p>Und nochmal EfA: &#8220;Barrierefreie Seiten sind in der Regel besser verständlich und leichter zu bedienen.&#8221; Klarer Fall von Usability, oder? Natürlich gibt es den einen oder anderen Konflikt zwischen Usablity und Barrierefreiheit, aber auch das sehen die Befürworter der Begriffssynthese ganz pragmatisch. Tolle Handhabung, vorbildliche Benutzerführung, klare Darstellung, das alles nützt auch dem Nicht-Behinderten und deshalb kann man auch hier ein Pseudoargument für Barrierefreiheit finden, indem man den Behinderten nur als Add-On betrachtet, der von diesen Vorteilen profitiert. Auch diese Haltung ist wohl mehr als problematisch.</p>
<p>Und dann sind da noch die MigrantInnen, die Farbfehlsichtigen, die Gichtleidenden und die Kinder. Hier teilte ich ursprünglich nicht nur die Meinung und Argumentation von Stefan Blanz, ich wollte sie sogar noch erweitern. Und was ist mit der von mir eingeforderten moralischen Verpflichtung, die der Einzelne in der Gesellschaft trägt? Mittlerweile muss ich diese Meinung revidieren, sofern ich sie an fest an die Begriffsbedeutung von Barrierefreiheit geknüpft habe. Barrierefreies Webdesign im engeren Sinne hat tatsächlich nichts mit Moral zu tun.</p>
<p>Das alles gehört eher zur gefährlichen Kategorie &#8220;Zuviel des Guten&#8221;. Ein Zuviel des Guten verdirbt nicht nur jedes Essen, es führt stets zum Schlechteren. Nur ein kurioses Beispiel: Um auch ihre größten Raketen vor Blitzschlag und Unwetter besser zu schützen, baute die NASA einen riesigen Hangar, der einfach 10mal so groß war wie die alten. Heraus kam ein Objekt, das ein eigenes Mikroklima erzeugte. Inklusive Blitzschlag und Regen.</p>
<p>Für mich zeigen die Diskussionen, dass wir vielleicht schon beim Zuviel des Guten angelangt sind, und dass eventuell wohl doch die Konzentration auf die tatsächliche Bedeutung von Barrierefreiheit relevant erscheint. Hier zitiere ich ein letztes mal EfA, und zwar den wichtigsten Satz des erwähnten Blogbeitrags. Barrierefreiheit heißt &#8220;Zugänglichkeit für Menschen mit Behinderung&#8221;.</p>
<p>Die Geister der &#8220;behindertengerechten Versionen&#8221; sind weitgehend verschwunden, aber vielleicht ist es Zeit, die klare Definition erneut in den Vordergrund zu rücken, um keine neuen Dämonen auf Dauer zu etablieren.</p>
<h3>Ende der Diskussionen?</h3>
<p>Wenn man nun aber die verschiedenen Meinungen zur Begrifflichkeit der Barrierefreiheit dann akzeptiert, sofern sie zumindest die Relevanz der Menschen mit Behinderung vollständig einschließt, bleibt die Frage nach dem richtigen Weg, sowohl praktisch als auch konzeptionell. Gibt es also eine Möglichkeit, Barrierefreiheit <em>auch im Kontext</em> von wirtschaftsnah-pragmatischen Lösungen, richtlinienunabhängigen Aspekten menschlicher Einschränkungen, kulturellen und gesellschaftlichen Barrieren und moralischen Grundsätzen des Einzelnen zu betrachten, <em>ohne</em> die Bedeutung der Definition erneut der Willkür persönlicher Auslegungen zu unterwerfen?</p>
<p>Ich persönlich halte den Ansatz von Stefan Blanz zur Etablierung eines &#8220;<a href="http://www.blanzelot.de/2007/barrierefreiheit-accessibility-universal-webdesign/">Universellen Webdesigns</a>&#8221; für einen guten Weg. Dieser von <a href="http://www.kommkonzept.de/">Michael Charlier</a> schon <a href="http://www.mehr-wert-fuer-alle.de/rueckblick_2004/programm/workshop_2_2.htm">2004 verwendete Begriff</a> bietet eine für den Webdesigner praktikable Lösung, <strong>Barrierefreiheit, Usability, Technik und Design</strong> als eigenständige und gleichwertige Bestandteile eines modernen Webdesigns zu definieren. Nicht die Beliebigkeit, sondern die klare Definition der Bereiche innerhalb eines Gesamtkonzeptes ist hier gefragt. Natürlich: Vollkommenheit bleibt weiterhin ein Wunschtraum, und universelles Webdesign als Wortschöpfung erscheint einigen vielleicht unsinnig oder zu ungenau. Mir erscheint es mittlerweile aber sinnvoll, einen weiteren Begriff mit einer eigenständigen Bedeutung zu verwenden. Sinnvoller jedenfalls, als den Begriff Barrierefreiheit mit einem Overkill von Bedeutungen langsam aber sicher durch den falschen <em>liquor</em> zu verwässern, bis entweder die Bedeutungslosigkeit oder das Begriffschaos droht.</p>
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		<title>Accessibility Blog Parade</title>
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		<pubDate>Fri, 19 Oct 2007 15:18:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nils Pooker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Webdesign]]></category>

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		<description><![CDATA[
Am 12. Oktober erhielt ich eine Einladung, an der &#34;Accessibility Blog Parade&#34; teilzunehmen. Bisher hatte ich keine Zeit gefunden, doch der Blogbeitrag von Jens Grochtdreis mit den Kommentaren dazu gaben mir den Anreiz, doch etwas zum Thema beizutragen. Eigentlich wollte ursprünglich nur auf einen Kommentar von Jan Eric Hellbusch in Jens&#8217; Blog antworten, daraus ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.pookerart.de/blogparade.gif" alt="Über Barrieren im Netz - Bolg Parade" /></p>
<p><strong>Am 12. Oktober erhielt ich eine Einladung, an der &quot;<a href="http://www.mainweb.at/tag/accessibilityblogparade">Accessibility Blog Parade</a>&quot; teilzunehmen. Bisher hatte ich keine Zeit gefunden, doch der Blogbeitrag von <a href="http://grochtdreis.de/weblog/2007/10/16/accessibility-barrierefreiheit-zugaenglichkeit/">Jens Grochtdreis</a> mit den <a href="http://grochtdreis.de/weblog/2007/10/16/accessibility-barrierefreiheit-zugaenglichkeit/#comments">Kommentaren</a> dazu gaben mir den Anreiz, doch etwas zum Thema beizutragen. Eigentlich wollte ursprünglich nur auf einen Kommentar von <a href="http://2bweb.de/services/">Jan Eric Hellbusch</a> in Jens&#8217; Blog antworten, daraus ist aber mal wieder ein Roman geworden.</strong></p>
<p>In Ansätzen teile ich die Meinung von Jens und unterstreiche die Ausführungen von Ansgar und von <a href="http://www.blanzelot.de/">Stefan Blanz</a>, der in seinem <a href="http://www.blanzelot.de/2007/accessibility_blog_parade/">Blogbeitrag zum Thema</a> auf einen Kommentar von Jan mit seiner Antwort das Dilemma der Barrierefreiheit sehr treffend dargestellt hat. Ich kann die Meinung von Jan voll nachvollziehen, teile sie aber nicht.</p>
<p>Jans Ansatz ist die exakte Zuordnung der Barrierefreiheit für die Zielgruppe, für die Barrierefreies Webdesign umgesetzt werden soll. Er spricht ja vom &quot;gesetzlichen Anspruch, der eingeklagt werden kann.&quot; Das ist, wie er selbst schreibt, für die &quot;verpflichteten Verwaltungen&quot; relevant. Gut, das galt zunächst für die deutschen Bundesbehörden, der Drops ist also schon gelutscht. Und dann gilt das eventuell für einige Länder und vielleicht irgendwann mal für einige Kommunen. Und das war&#8217;s auch schon. Ein gesetzlicher Anspruch auf irgendetwas ist nur für eine starke Lobby durchzusetzen. Also sowas wie der Arbeitgeberverband, der Bauernverband, die Stromkonzerne oder große Gewerkschaften. Würde man die Behindertenverbände dazu zählen? Und kann man &quot;einen längst unumkehrbaren Wandel der Gesellschaft&quot; feststellen? Das wäre schön, ich sehe das leider nicht.<br />
			Im Umkehrschluss bedeutet das nämlich, dass ich mich als Webdesigner keinen Jota auf Barrierefreiheit einlassen muss, entweder weil ich nicht eine Behörden-Website erstelle, oder -wie das für mindestens 90% aller Websites gilt &#8211; der Kunde das überhaupt nicht verlangt. </p>
<p>Jetzt stehe ich da mit meinem Selbstverständnis, möglichst alle Auftritte barrierefrei gestalten zu wollen. Und wenn ich nicht kostenfrei bis mitten in die Nacht arbeiten will, suche ich vielleicht nach pragmatischen Kompromissen und komme so zu einem &quot;barrierearmen&quot; Auftritt. Jan sagt jetzt, das sei wie &quot;ein bisschen schwanger&quot;. Das ist ja prima, dann kann ich mir das ganze Gerödel doch gleich komplett sparen und mache lediglich standardkonforme Webseiten. Reicht als Qualitätskriterium gegenüber meinen Kunden und meinen eigenen Ansprüchen vollkommen aus, damit gehöre ich schon zu einer elitären Klientel im Webdesign. Ich mache pünktlich Feierabend und muss mich nicht mehr mit irgendwelchen Details befassen, die meine Kunden nicht verstehen, und auch nicht meine Steuerberaterin, die mir sowieso ständig klarmacht, dass ich angesichts meiner Arbeitsleistung mehr Umsatz und Gewinn machen sollte. </p>
<p>Ich genieße also den Hundespaziergang, bei dem ich gelegentlich den Mitarbeiter einer hiesigen Behörde treffe, der ebenfalls mit seinem Hund Gassi geht. Sein Collie ist ein Blindenführhund, der Besitzer hat nämlich noch 15% Sehkraft. Er kann dann zwar meine Webseiten nur noch mit Einschränkungen erfassen, aber ihm gegenüber bin ich ja keine Rechenschaft mehr schuldig, denn meine Kunden sind weder Bundes- noch Landesbehörden, noch wollten sie eine barrierefreie Website.</p>
<p>Kurz gesagt: einen Anspruch nur auf eine gesetzliche Grundlage eingrenzen zu wollen, grenzt automatisch alle anderen Ansprüche aus.</p>
<p>Und weiter: gibt es eigentlich einen gesetzlichen Anspruch für die vorbildliche Qualität von assisitiven Technologien? Nein? Schade. <a href="http://www.einfach-fuer-alle.de/blog/">Tomas Caspers</a> zitiert z. B. JAWS als den Netscape Navigator der assistiven Technologien. Ich würde sagen, das ist aber verdammt wohlwollend und arg durch die Blume formuliert! Keine nach allen Regeln der Kunst aufgebaute Tabelle wird von diesem Schrott-Tool so ausgelesen, wie sich das der Webdesigner wünscht und wie es eigentlich funktionieren sollte. Und &quot;Display: none&quot; oder &quot;visibility: hidden&quot; kapiert diese zur Ausmusterung überfällige Dampfmaschine natürlich nicht so, wie es gemeint war. Dazu gibt es übrigens einen Beitrag zu Google-Richtlinien von Selamet Aydogdu im <a href="http://access4all.ch/blog/?p=119">Access-for-all-Blog</a>. Ich warte schon darauf, das man seinem Kunden verkündet: &quot;Ja, Ihre Site ist zwar bei Google rausgeflogen, dafür ist sie aber barrierefrei!&quot; Klasse, oder? Der Kunde jedenfalls wird richtig schöne Luftsprünge machen.</p>
<p>Eine Alternative wäre es, einfach und endlich konsequent &quot;display: none&quot; oder &quot;visibility: hidden&quot; zu verwenden und auch die Tabellen so umzusetzen wie es die Regeln vorschlagen. Ab sofort. Das entspräche genau den Vorgaben der &quot;W3C-Gesetze&quot;, dann sollen sich endlich die Hersteller der assistiven Technologien darum kümmern. Da müssen die Anwender dann eben mal eine Zeit lang durch. Und wenn wir schon diese faulen, pragmatischen Lösungen über Bord werfen, verzichten wir doch in einem Abwasch konsequent auch gleich auf die Unterstützung des aussterbenden IE 6.<br />
			Nein, doch lieber nicht?<br />
			Was wäre denn andererseits, wenn ein Hersteller einen Screenreader entwickeln würde, der Seiten ohne semantisch korrekten Aufbau sinnvoll erfassen kann und der alle Framesets und Tabellen und alle Flash-Intros perfekt auslesen würde, mit einer unerschöpflichen Datenbank für Abkürzungen, Akronyme und fremdsprachige Begriffe? Würden sich die Gruppen, die davon am meisten profitieren, noch für Webstandards, Semantik und Validität interessieren, oder wäre das dann eher pragmatisch zu sehen? </p>
<p>Sollten außerdem Behindertenverbände nicht auch ihre eigenen Internetseiten barrierefrei gestalten? Nicht aus Selbstverständlichkeit oder Vorbildfunktion, sondern um den Zugang für die Zielgruppen aus den eigenen Reihen zu gewährleisten. Ich meine die Frage hier ganz ernst.<br />
			Dämliche Frage? Bei diesem Thema werden ja immer alle nervös und es folgen stets die stereotypen Antworten &quot;Wir sind uns der Thematik bewusst, aber &#8230;&quot;, &quot;Das ist zwar ein Problem, aber &#8230;&quot; oder &quot;Natürlich würden wir gern auf Frames und Tabellen verzichten, aber &#8230;&quot;. Darauf folgen die üblichen Argumente wie &quot;fehlende Budgets&quot;, &quot;Notwendigkeit der ehrenamtlichen Umsetzung&quot;, &quot;dringendere Probleme als die Neugestaltung unserer Internetseiten&quot; oder sogar &quot;es hat sich noch keiner beschwert&quot;. Hm, ist ja nicht schlimm. Oder doch? Habe ich aber erst letzte Woche wieder von einem Kunden aus der freien Wirtschaft gehört. Apropos freie Wirtschaft: abqualifiziert wird Barrierefreies Webdesign meiner Meinung nach durch Argumente wie &quot;ist suchmascheinenfreundlicher&quot; oder &quot;bringt mehr Kunden auf die Seite&quot; oder &quot;rechnet sich ganz schnell&quot;. Und die größte Katastrophe, die der Thematik passieren konnte, war das allzu schöne Märchen von der Kostenneutralität, sprich: &quot;barrierefreie Webseiten sind nicht teurer als standardkonforme&quot;.</p>
<p>Und nun der Ruf nach möglichst vollkommener Barrierefreiheit: wenn eine Site barrierefrei und eben nicht nur &quot;zugänglich&quot; oder &quot;barrierearm&quot; und damit &quot;nur ein bisschen schwanger&quot; sein soll, worum geht es dann konkret? Dann geht es nicht um die Lobby einer Gruppe innerhalb der Behinderten, sondern um die Lobby aller Behinderten. Das heißt also, ohne Gebärdenvideo ist eine Website definitiv nicht barrierefrei, und es ist auf große Buttons in der Navigation zu achten, damit auch motorisch Behinderte einen wirklich guten Zugriff auf die Seiten haben. Unabhängig davon, dass das eine prima Steilvorlage für die betreuende Werbeagentur mit dem Rollkragenpullover-Kontakter ist, die die Website selbst mit Tabellen, dafür aber auch edel in schick analog zur Corporate Identity machen möchte. Einfache Sprache heißt dann aber auch die Konsequenz, eine Version für geistig Behinderte anzubieten, oder zählen die nicht? Aber was ist mit Farbfehlsichtigkeit? Gilt die Gleichbehandlung auch für den Rheumakranken? Oder der Handbruch, der auch den Nichtbehinderten plötzlich zu einem motorisch eingeschränkten Menschen macht? Ist das dann auch Behinderung, oder nur vernachlässigbare Einschränkung, oder soll man sich an die festgesetzten Prozentwerte der Behinderung halten? Stefan Blanz bringt es direkt auf den Punkt: &quot;Ist eine Seite barrierefrei, wenn sie für blinde, netzhauterkrankte, gelähmte oder geistig behinderte Menschen vollständig nutzbar ist, nicht aber für Menschen mit Rot-Grün-Farbfehlsichtigkeit oder Gicht?&quot;</p>
<p>Und damit sind wir &#8211; Hoppla! &#8211; plötzlich doch bei der &quot;Moral&quot; und den Fundamenten menschlicher Gesellschaftsstrukturen.<br />
			Jan schreibt: &quot;Barrierefreiheit als “moralische” Angelegenheit abzuqualifizieren wird aber dem gesellschaftlichen Anspruch der Gleichstellung nicht gerecht.&quot; Hört sich gut an, aber was ist denn der &quot;gesellschaftlichen Anspruch der Gleichstellung&quot;? <br />
			Meine Antwort: Das gleiche wie Rechte, Gebote, Verbote oder Gesetze: Reine Erfindungen menschlicher Gesellschaften, die nur das Zusammenleben regeln sollen. </p>
<p>Bevor jetzt alle durchdrehen, zunächst ein paar Beispiele. Die größten Humanisten der beginnenden Neuzeit waren nicht gegen die Folter, waren sie deshalb Menschenverächter? Luther war aus Gründen der Klassentrennung ein erbitterter Gegner der Bauernaufstände, war er deshalb ein reaktionärer Tropf? Die amerikanische Unabhängigkeitserklärung von 1776 bringt erstmals die &quot;unveräußerlichen Rechte&quot; der Menschen als Grundlage eines Staatswesens ein, auch wenn diese Ideen auf das Weltbild der Freimaurer zurückgehen. Bis heute ist das eine der wichtigsten Grundlagen des politischen Handelns der USA. Das galt aber nicht für die Sklaven und Ureinwohner. Ist die USA also doch ein rassistischer Staat?</p>
<p>Nein, diese rhetorischen Fragen sind natürlich absoluter Blödsinn. Gesellschaftliche Ansprüche, Gesetze, Verordnungen, Regeln des Zusammenlebens oder ähnliches sind nur der kleinste gemeinsamer Nenner, der sich bei wortgetreuer Anwendung allenfalls im Gerichtssaal bemerkbar macht. Das Gesetz ist immer das letzte Glied der Kette, eine Krücke auf Papier oder in Stein gehauen. Konstruierte Regeln können ja bekanntlich schnell bei entsprechender Konstellation geändert werden. Da werden sogar Demokratie, Menschenrechte und Humanismus vollkommen über den Haufen geworfen. Nachzulesen in einschlägigen Büchern zur deutschen Geschichte, bei Orwell und sogar im aktuellen Harry-Potter-Buch. Man kann gesellschaftliche Ansprüche natürlich forcieren. Zum Beispiel den Anspruch auf Sicherheit und Sondergesetze mit angsteinfößenden Hinweisen zur Terrorgefahr durch gekaperte Flugzeuge und  Internet-Kommunikation. Oder den Anspruch für mehr Frauen am Herd (eben nicht nur eine Diskussion des letzten Jahrhunderts), forciert durch Hinweise auf das drohende Aussterben der Deutschen und die Notwendigkeit einer 24-stündigen Mutterliebe. Selbstverständlich kann man auch den gesellschaftlichen Anspruch der Gleichstellung forcieren. Das ist aber keine spirituelle Begebenheit, die irgendwo von oben auf die Gesellschaft niederkommt, das kann sich nur im Bewusstsein des Einzelnen manifestieren und von dort Früchte tragen. Menschenrechte oder Rechte von Behinderten sind nicht wie die Luft zum Atmen, diese Rechte gibt es &quot;da draussen&quot; garantiert nicht, das muss schon im Bewusstsein und in der Verantwortung des Einzelnen fest und nachhaltig konstruiert werden.</p>
<p>Die Bezeichnung &quot;gesellschaftlicher Anspruch der Gleichstellung&quot; sagt dagegen ebensowenig aus wie die Bezeichnung &quot;gesellschaftlicher Anspruch der Gerechtigkeit&quot;. Diskriminierung und Ungleichbehandlung ist gesetzlich verboten, das gilt auch für Korruption, Steuerhinterziehung, Schwarzarbeit und überhöhte Geschwindigkeit in Ortschaften. Die Gesetze sind also gut, aber wer oder was macht da nicht mit? Die Gesellschaft oder vielleicht doch das einzelne Glied der Gesellschaftskette? Wo ist der &quot;gesellschaftliche Anspruch&quot; von fairem Geschäftsgebaren, Steuergerechtigkeit oder Verkehrsordnung denn geblieben? Oder ist er noch da? </p>
<p>Eine Gesellschaft hat keine Moral, es gibt auch kein moralisches oder unmoralisches Verhalten einer Gesellschaft. &quot;Die Gesellschaft&quot; ist doch nur das Spiegelbild der Moralvorstellung des Einzelnen. Für Barrierefreies Webdesign bedeutet das also, dass ich für mich selbst entscheiden muss, ob und in welchem Umfang ich den Aufwand treiben kann und will, um eine möglichst barrierefreie Website umzusetzen. Und genau das führt dazu, dass ich eben <strong>nicht</strong> guten Gewissens zum Hundebesitzer sagen kann: &quot;Blöd, dass Du fast blind bist. Blöd auch, dass meine Kunden keine barrierefreien Websiten haben wollen.&quot;. Ich habe diese moralische Verantwortung für meine Entscheidung, die nimmt mir auch kein Mensch oder Gesetz ab. Genau das hat Ansgar Hein in seinem Kommentar angesprochen. Ein Gesetz hilft mir bei dieser Entscheidung ebensowenig wie die Hoffnung auf bessere Zeiten, auf bessere Technologien, auf bessere Unterstützung der Browser oder auf einen imaginären Web-Messias, der uns allen verspricht, dass ab morgen alle aktuellen Probleme der Zugänglichkeit, Barrierefreiheit, Barrierearmut und Benutzerfreundlichkeit mit einem Knopfdruck erledigt sind.</p>
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		<title>Der Multimediatreff in Köln – Nachtrag</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Oct 2007 12:10:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nils Pooker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Webdesign]]></category>

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		<description><![CDATA[Ganz großes Kino: der Multimediatreff zum Thema &#8220;Web 2008&#8243; war genial. Neben der hervorragenden Substanz der Themen war der persönliche Kontakt zu Teilnehmern, Referenten und anderen Webkrauts eine enorme Bereicherung.
Was kommt – Das Web 2008!
Tobias Hauser machte interessante Prognosen für das Web 2008 und scheute sich nicht, seine Prognosen des letzten Jahres mit den tatsächlichen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ganz großes Kino: der <a href="http://multimediatreff.de">Multimediatreff</a> zum Thema &#8220;Web 2008&#8243; war genial. Neben der hervorragenden Substanz der Themen war der persönliche Kontakt zu Teilnehmern, Referenten und anderen <a href="http://www.webkrauts.de/">Webkrauts</a> eine enorme Bereicherung.</strong></p>
<h3>Was kommt – Das Web 2008!</h3>
<p><a href="http://www.hauser-wenz.de/">Tobias Hauser</a> machte interessante Prognosen für das Web 2008 und scheute sich nicht, seine Prognosen des letzten Jahres mit den tatsächlichen Entwicklungen abzugleichen. Sehr fundiert und nachvollziehbar ging er auf konkrete Tools und Zukunftschancen von Javascript, AJAX-Applikationen und Microsoft-Entwicklungen ein. Leider war Tobias nach dem Ende seines Vortrags für persönliche Gespräche nicht mehr anwesend.</p>
<h3>Meins: Kundenkommunikation und Konzeptionierung</h3>
<p>Meine Befürchtungen, dass mein Vortrag zu den weichen Faktoren der Webdesign-Praxis zu allgemein gehalten sein könnte, waren wohl unbegründet. Ich hatte einen Riesenspaß am Vortrag und bekam so viel freundliche Rückmeldungen und interessante Nachfragen, dass nicht einmal Zeit für ein Pausenbrötchen blieb, trotz zwei dämlicher Rechtschreibfehler in meinen Folien, in denen ich unter anderem aus <em>Accessibility</em> mal eben eine <em>Access<strong>a</strong>bilty</em> machte.</p>
<h3>So schön bunt hier – Design &amp; Typografie</h3>
<p><a href="http://www.praegnanz.de/">Gerrit van Aaken</a> redete Tacheless über die Sinnhaftigkeit der festbetonierten Meinungen zu webzweinulligen Trends und Entwicklungen im Webdesign. Klar und wie immer prägnant zeigte er dabei vor allem die eigentlich schon wieder veralteten und klischeehaften Aspekte und riet zu neuen Wegen und Lösungen. Sehr aufschlussreich. Gleichzeitig wette ich hier mal, dass Spiegelungen, Schatten und Glossy-Effekte spätestens in einem Jahr dann auch auf allen Fernsehkanälen angekommen sind. Einige Leser seiner Blogbeiträge verwechseln übrigens schnell Arroganz mit Authentizität. Ich selbst treffe nicht sehr oft derart aufgeschlossene, sympathische und ehrliche Menschen wie Gerrit.</p>
<h3>Usability 2.0 – Soll ich so tun?</h3>
<p>Das gilt übrigens auch für <a href="http://www.nitzsche.info/">Stefan Nitzsche</a>, dem Webdesigner mit Gardemaß. Im persönlichen Gespräch machte sich meine Zerrung der linken Schulter unmittelbar bemerkbar, unter Preußenkönig Friedrich Wilhelm I. wäre er sofort Hauptmann der &#8220;Langen Kerls&#8221; geworden. Gottseidank ist Stefan aber 300 Jahre später zur Welt gekommen und konnte uns so mit einem beeindruckenden Vortrag zur Usability im Web-2.0-Zeitalter sehr detailliert auf die konkreten Hintergründe, Fallstricke und Lösungen aufmerksam machen. Technisch für mich der anspruchsvollste Beirtrag, ich freue mich deshalb auf die Folien zum ausführlichen Nachlesen.</p>
<h3>CSS-Layouts mit YAML – Nix klickibunti, klickiprofi !</h3>
<p>Kurzweilig, faszinierend und galaktisch gut war der Vortrag der <strong>&#8220;Blues Brothers of YAML&#8221;</strong>, <a href="http://www.webkrauts.de/">Jens Grochtdreis</a> und <a href="http://www.yaml.de/">Dirk Jesse</a>. Jens, dessen köstlicher Humor unschlagbar erfrischend ist, zeigte zunächst die unterschiedlichen Herangehensweisen von CSS-Frameworks in der praktischen Arbeit. Ganz wichtig war sein Hinweis auf die Komplexität der täglichen Webdesign-Praxis. Die &#8220;Voodoo&#8221;-Lösungen für IE-Bugs sowie die Flexibilität bezüglich der Anforderungen an Inhalt, Struktur, Design und Funktionalität macht das <a href="http://www.yaml.de/">YAML-Framework</a> nahezu unschlagbar. Voraussetzung ist &#8211; und das möchte ich hier auch einmal ausdrücklich betonen &#8211; lediglich eine <strong>gründliche</strong> Lektüre der ausführlichen YAML-Dokumentation. Noch besser: <a href="http://www.galileocomputing.de/katalog/buecher/titel/gp/titelID-1325?GalileoSession=50257102A3NPx7-lX6s">Buch kaufen</a>, lesen, loslegen. In der zweiten Hälfte des Vortrags zeigte Entwickler Dirk, wie der geniale YAML-Builder in der Praxis funktioniert. Konzentration auf das Projekt und effektive Zeitersparnis: Klickse hier, klickse da, koppi-peest, fettisch. Innerhalb weniger Minuten war die Struktur der YAML-Startseite zusammengeklickt. Genial simpel, genial flexibel, genial professionell. Spätestens als Dirk mit seinem souverän-perfekten Vortrag fertig war, wusste ich, warum ich auch weiterhin nur noch mit YAML arbeiten will.</p>
<h3>Mach mal hinne – Aktuelle Web 2.0-Tools</h3>
<p>Zum Schluss und in immer noch gefülltem Saal stellte <a href="http://www.smashingmagazine.com/">Vitaly Friedman</a> eine kleine, feine Auswahl von wichtigen Web 2.0-Tools vor, die man ausführlich in seinem <a href="http://www.galileocomputing.de/katalog/buecher/titel/gp/titelID-1451?GalileoSession=86329997A3NPw.1NRks">großen Praxisbuch</a> nachlesen und nachschlagen kann. Passend zur Agenda hat er die Tools in die Rubriken Planung, Konzeption und Umsetzung kategorisiert: Ein Feuerwerk an praxiserprobten Möglichkeiten für Webdesigner und Entwickler, die Vitaly auch im Workflow eigener Projekte und bei Smashing Magazine anwendet. Klasse zu sehen, wie man im Team und in der Kundenkommunikation zeitsparend erfolgreiche Web-Projekte auf den Weg bringen kann. Souverän und gekonnt zog Vitaly seine Präsentation auch durch die technischen Fallstricke kurzer Internet-Ausfälle.</p>
<h3>Dat schönse sin de Pausen</h3>
<p>Ganz besonders freute ich mich darauf, <a href="http://www.einfach-fuer-alle.de/blog/">Tomas Caspers</a> kennen zu lernen, sozusagen die unangefochtene Institution zu allen Themen des für alle Menschen zugänglichen Webs. /T ist für mich einer der ganz Großen, der trotz aller Kompetenz und unglaublich breitem Wissen niemals die Nutz- und Benutzbarkeit von Theorien für das reale Leben im Web vergisst.<br />
Sehr schön war auch die Bekanntschaft mit <a href="http://www.perun.net/">Vladimir Simovic (aka Perun)</a>. Der Stil einer vorbildlich sympathischen Kunden- und Nutzeransprache in seinem Blog deckt sich vollkommen mit seiner Person: beneidenswert, wer ihn einen besten Freund nennen darf.</p>
<h3>Fazit</h3>
<p>Geballte Kompetenz also, verbunden mit erstklassigen Vorträgen und interessanten Menschen. Hervorzuheben ist vor allem die nahezu perfekte Organisation des Multimediatreffs mit lecker Brötchen, Getränke satt und der wohl schon klassischen Pizza-Schlacht. Ein voller Tag Programm mit Essen und Trinken für lächerliche 35,- Euro. Was will man mehr? Ich jedenfalls freue mich auf den nächsten Web-bezogenen Multimediatreff in Kölle.</p>
<p>Die Vorträge wurden erstmals als Video aufgenommen und sind demnächst beim Sponsor <a href="http://www.galileo-press.de">Galileo Press</a> und (geplant) bei <a href="http://de.sevenload.com/">Sevenload</a> zu sehen sein. Auf alle Fälle gibt es bald PDF-Folien auf den <a href="http://multimediatreff.de">Seiten vom Multimediatreff</a>. Ein weitere Resonanz auf die Veranstaltung kann man übrigens auch bei <a href="http://grochtdreis.de/weblog/2007/09/30/der-multimediatreff-war-klasse/">Jens nachlesen</a>.</p>
<h3>Update 20.11.2007</h3>
<p>Die Vorträge stehen zum Ansehen und als Download auf den Seiten des MMT bereit:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.multimediatreff.de/galleryviewtext.php?MMTGalleryID=10021#vortrag2">Zusammenfassung als Text</a></li>
<li><a href="http://www.multimediatreff.de/galleryviewdownload.php?MMTGalleryID=10021">PDF-Dateien als Download</a></li>
<li><a href="http://www.multimediatreff.de/galleryview.php?MMTGalleryID=10021">Bildergalerie</a></li>
</ul>
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		<title>Web 2008: Konzeption &amp; Praxis</title>
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		<pubDate>Wed, 05 Sep 2007 09:51:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nils Pooker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Webdesign]]></category>

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		<description><![CDATA[Am 29. September findet wieder ein Multimediatreff in Köln statt. Das Thema verspricht einiges: &#34;Web 2.0 – Konzeption &#38; Praxis&#34;.
Ich werde als norddeutscher Flachlandbewohner der südskandinavischen Provinz nicht nur zum ersten Mal daran teilnehmen, ich werde auch gleich einen ganzen Vortrag halten.
Mein Thema umfasst Aspekte zu praxisnaher und zielgerichteter Kommunikation, Planung und Konzeptionierung innerhalb des [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am 29. September findet wieder ein <a href="http://www.multimediatreff.de/naechstestreffen.php">Multimediatreff</a> in Köln statt. Das Thema verspricht einiges: <strong>&quot;Web 2.0 – Konzeption &amp; Praxis&quot;</strong>.</p>
<p>Ich werde als norddeutscher Flachlandbewohner der südskandinavischen Provinz nicht nur zum ersten Mal daran teilnehmen, ich werde auch gleich einen ganzen Vortrag halten.</p>
<p>Mein Thema umfasst Aspekte zu praxisnaher und zielgerichteter Kommunikation, Planung und Konzeptionierung innerhalb des Webdesign-Workflows. Die Kunst, einen Auftrag verdient zu bekommen und das Projekt erfolgreich auf den Weg zu bringen, ist für viele professionell und kompetent arbeitende Webdesigner, Entwickler und Agenturen noch immer nicht selbstverständlich. Dazu werde ich konkrete Lösungswege präsentieren.</p>
<p>Dazu passt auch gut, dass die Referentengruppe stark <a href="http://www.webkrauts.de">Webkrauts</a>-lastig ist. Hat doch deren Artikel-Reihe &quot;<a href="http://www.webkrauts.de/bundesligatest07">Der große Bundesligatest</a>&quot; mal wieder eines gezeigt: die nahezu totale Abwesenheit von Webstandards und der Gebrauch von &quot;Web 0.1&quot; mit Tabellenlayouts und Font-Tags sind noch immer Mainstream im Webdesign. Die peinlichen Resultate gelten mit einer Ausnahme auch für die Relaunches aus dem Jahr <strike>1997</strike> 2007.</p>
<p>Neben meiner Wenigkeit werden vier weitere Webkrauts interessante Vorträge halten. Ich freue mich schon darauf, alle einmal persönlich kennenzulernen. <br />
			<a href="http://nitzsche.info">Stefan Nitzsche</a> wird zum Thema Usability einiges zu sagen haben. Seine <a href="http://nitzsche.info/de.publikationen.php">Publikationen</a> versprechen fundierte Inhalte und interessante Aspekte zur &quot;benutzerorientierten Gestaltung interaktiver Systeme&quot; bezüglich Web 2.0. <a href="http://praegnanz.de">Gerrit van Aaken</a> beleuchtet mit seinem Thema &quot;Design &amp; Typografie&quot; Gestaltungsansätze und Anforderungen an ein zeitgemäßes Webdesign, ein oft unterschätzter Bereich, der nie an Aktualität verliert. Ich bin gespannt, was er aus der Schublade holt. Sehr gespannt bin ich auf <a href="http://grochtdreis.de/">Jens Grochtdreis</a> und <a href="http://www.highresolution.info">Dirk Jesse</a>. Im Doppelpack werden sie das CSS-Framework <a href="http://www.yaml.de/">YAML</a> präsentieren, mittlerweile auch für mich das ultimative Killer-Konzept, genial für HTML-Prototyping, professionell einsetzbar in der Entwicklung, flexibel und sicher in der Praxis, erst recht mit dem nagelneuen <a href="http://builder.yaml.de/">Yaml Builder</a>.<br />Starten wird die Veranstaltung mit einem Vortrag von <a href="http://www.hauser-wenz.de/">Tobias Hauser</a>, der uns zeigt, was sich alles in Bezug auf Web 2.0 im vergangen Jahr getan hat und einen Blick in die nahe Zukunft wagt. Zum Schluss wird <a href="http://www.smashingmagazine.com/">Vitaly Friedman</a> passend zu seinem <a href="http://www.galileocomputing.de/katalog/buecher/titel?titelID=1451&#038;GalileoSession=68276316A3-3a7h22.8">neuen Buch</a> interessante Tools und zeitsparende Lösungen für die Umsetzung einer Website 2.0 präsentieren, beispielsweise Werkzeuge zur Bestimmung von Farbharmonien, zur Verwaltung von Schriftarten, für Usability-Tests und für das Debugging.</p>
<p>Und bevor jemand befürchtet, ich würde hier einen kurzen Blogtext bringen: Nö.</p>
<p>Hier deshalb noch einmal der hochoffizielle Veranstaltungshinweis für den Multimediatreff, eingekorkt und ausgeschenkt vom Veranstaltungs-Winzer Oliver Manz höchstselbst:</p>
<hr />
<p>Multimediatreff XXI »Web 2008: Konzeption &amp; Praxis«<br />
			Samstag, 29.09.2007 &#8211; Köln/MediaPark/KOMED</p>
<h3>ZUM THEMA</h3>
<p>An diesem Thementag beleuchtet der Multimediatreff ein Web-Projekt von der Idee bis hin zur Umsetzung. Zunächst wird zusammengefasst, was sich seit dem letzten Jahr im Bereich der Web 2.0-Technologien getan hat und was man in Zukunft erwarten darf. Danach wird erläutert worauf man bei der Kundenansprache und der Kommunikation mit den Entscheidern achten sollte, welche Probleme bei der Planung auftauchen können und wie man sich die Konzeptionsphase erleichtern kann. Weiter geht es mit einer der wichtigsten Grundregeln des Web-Designs – der Usability. Darauf folgt ein Vortrag zu »Design &amp; Typografie« – ein Thema über das sich die Geschmäcker streiten dürfen.  Im Anschluss geht es mit <a href="http://www.yaml.de/">YAML</a> in die Praxis – wie ist dieses CSS-Framework aufgebaut und wofür setze ich es am Besten ein? Diese und weitere Fragen werden ausführlich geklärt. Am Ende der Veranstaltung gibt es einen Überblick der aktuellen Web 2.0-Tools, die Web-Entwicklern und -Designern das Leben erleichtern sollen.</p>
<h3>ZIELGRUPPE</h3>
<p>Die Veranstaltung richtet sich an Web-Entwickler und -Designer, die ihre Websites zukunftsorientiert programmieren und benutzerfreundlich gestalten möchten. Es werden die aktuellen Web 2.0-Technologien behandelt – von der Konzeption bis zur Praxis.</p>
<h3>REFERENTEN</h3>
<p>Die <a href="http://www.multimediatreff.de/referenten.php">Referenten</a> bestehen aus Fachbuch-Autoren von Galileo Press und namhaften Experten aus dem Web 2.0-Umfeld. Freut Euch auf <a href="http://www.hauser-wenz.de/">Tobias Hauser</a>, <a href="http://www.pookerart.de/">Nils Pooker</a>, <a href="http://www.nitzsche.info/">Stefan Nitzsche</a>, <a href="http://www.praegnanz.de/">Gerrit van Aaken</a>, <a href="http://www.webkrauts.de/">Jens Grochtdreis</a>, <a href="http://www.yaml.de/">Dirk Jesse</a> und <a href="http://www.smashingmagazine.com/">Vitaly Friedman</a>.</p>
<p>Ausführliche Infos zu dieser Veranstaltung gibt es hier:<br />
			<a href="http://www.multimediatreff.de/naechstestreffen.php">http://www.multimediatreff.de/naechstestreffen.php</a></p>
<h3>PREIS + LEISTUNG</h3>
<p>Die Teilnahme an diesem Event kostet 35,- EUR und beinhaltet die Verpflegung über den ganzen Tag. So gibt es lecker belegte Brötchen, opulente Fruchtschalen und am späten Nachmittag werden Pizza &amp; Salate von dem ausgefallensten Pizza Bäcker der Stadt bestellt! Zudem fließen reichlich unalkoholische Getränke und zum Abschluss gibt es noch ein spritziges, kühles Reissdorf Kölsch oder je nach Belieben ein Becks.</p>
<p>Zudem locken noch Gewinne in Form von Büchern und Video-Trainings zu den Fach-Themen, sowie T-Shirts und andere netten Give-Aways. Den Sponsoren sei Dank!</p>
<h3>ANMELDUNG</h3>
<p>Da die Plätze begrenzt sind gilt es sich rechtzeitig anzumelden:<br />
			<a href="http://www.multimediatreff.de/reservieren.php">http://www.multimediatreff.de/reservieren.php</a></p>
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		<item>
		<title>Wir sind so (barriere)frei?</title>
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		<pubDate>Fri, 17 Aug 2007 11:34:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nils Pooker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Webdesign]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer sich freiwillig anschickt, neben den Klippen moderner Webstandards auch noch die unendlich hohen Gipfel des barrierefreien Webdesigns zu besteigen, muss sich ziemlich warm anziehen. Die meisten Wanderer ignorieren diesen Berg aus verschiedenen Gründen.
Manche kommen aber auch ohne lange Wege schnell zu einem Ziel: Noch ziemlich weit unten, am Fuße des Berges gibt es gleich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer sich freiwillig anschickt, neben den Klippen moderner Webstandards auch noch die unendlich hohen Gipfel des barrierefreien Webdesigns zu besteigen, muss sich ziemlich warm anziehen. Die meisten Wanderer ignorieren diesen Berg aus verschiedenen Gründen.</p>
<p>Manche kommen aber auch ohne lange Wege schnell zu einem Ziel: Noch ziemlich weit unten, am Fuße des Berges gibt es gleich nach der fensterlosen Hütte der Irregeleiteten noch das Hotel der Idioten, da kann man sich behaglich ausruhen und man ist in bester Gesellschaft, der Laden ist nämlich gerammelt voll. Steigt man höher, bedarf es immer mehr Idealismus, die Rast- und Ruheplätze werden immer ungemütlicher und der Weg immer beschwerlicher. Und ganz oben, versteckt über dem undurchdringlichen Nebelmeer, auf einem Gipfel aus purem Elfenbein steht noch das einsame Schloss der Ideologen, die gelegentlich herabsteigen, um die rastlosen Wanderer und Suchenden der WAIDE-Liste mit den einzig wahren Belehrungen zu beglücken.</p>
<p>Um es gleich klarzustellen: ich bin weder einer der ganz Großen, noch einer der superkompetenten Webdesigner für barrierefreie Webseiten, da gibt es andere und weitaus bessere. Und: ich habe reichlich Leichen im alten Keller. Der ständige Zweifel an den eigenen Kompetenzen ist ebenso Teil meines täglichen Arbeitsalltags wie der Wille zum ständigen Lernen. Doch kein Bereich des Webdesigns hat mich stets so verwirrt, so oft verärgert und ebenso oft frustriert wie die Inhalte, Aspekte und Diskussionen bezüglich zugänglicher Websites.</p>
<p>Wir können davon ausgehen, dass Zeldmans Zitat der 99% obsoleten Internetseiten (keine Webstandards) nicht mehr aktuell ist. Sagen wir mal, 2007 ist die Zahl schon auf 90% eingedampft. 10% der Websites kann man also mit ein bisschen Phantasie schon fast als standardkonform betrachten, jedenfalls wenn man bei Validierung, Verwendung von Grundlayouttabellen und diversen Syntaxfehlern nicht so genau hinsieht. Ansonsten wäre man wohl eher bei 4%, aber egal.</p>
<p>Wenn wir davon ausgehen, dass ein altmodischer Tabellenverschlag schlechterdings nie zugänglich sei kann, geht es also um nicht mehr als 10% aller Websites. Und weil es hier um deutsche Szene geht, wollen wir mal typisch deutsch alles sortieren: Die Praktiker zum Thema barrierefreies Webdesign lassen sich nämlich innerhalb der Webdesigner-Gemeinde grob in fünf Kategorien einordnen.</p>
<h2>Die Ignoranten, die Idioten, die Irregeleiteten, die Idealisten und die Ideologen.</h2>
<h3>Die Ignoranten</h3>
<p>Beginnen wir mit der absoluten Mehrheit der Webdesigner und einer weiteren wichtigen, typisch deutschen Mentalität. Man ist hierzulande grundsätzlich misstrauisch, wenn es um die Notwendigkeit von Gesetzen und bürokratischen Strukturen geht. Das gilt auch für die BITV. Im Gegensatz zum angelsächsischen Verständnis von Freiheit und Demokratie lieben wir hierzulande neben dem Bürokratie-Bashing ja auch die durch Gesetze und Verordnungen klar abgegrenzten Möglichkeiten der Freiheit nach dem Motto: &quot;Freie Fahrt für freie Bürger, aber Todesstrafe für Kinderschänder und Leute, die vor der Einfahrt parken&quot;. Die Einsicht, dass Gesetze und Verordnungen überhaupt einen Sinn für das Gemeinwohl haben könnten, geht vielen eindeutig ab, das persönliche Rechtsempfinden entspricht subjektiven Interessen. Die Ignoranten im Webdesign gehören genau zu dieser Fraktion (die mit der Todesstrafe für Parksünder treffen wir später noch einmal wieder in abgeänderter Form unter der Kategorie Ideologen). </p>
<p>Wer sich mit Webstandards befasst, wird unweigerlich auch über das Thema Zugänglichkeit und die BITV stolpern. Wer seinen Hirnkasten mal kurz beleuchtet, wird auch den Sinn und die Vorteile erfassen, die unglücklicherweise mit dem Wort-Ungetüm &quot;Barrierefreie Informationstechnik-Verordnung&quot; festgeschrieben wurden. Dieser Sinn wird jedoch nicht nur ignoriert, weil die Ignoranten keine Lust zum Lernen haben, nein: das gilt ja nur für die Bundesbehörden, da wird es auch als sinnvoll erachtet, wenn auch mit dem Verdachtsmoment zusätzlicher Verschwendung von Steuergeldern. Die eigenen Kunden müssen das aber nicht umsetzen und es interessiert sie auch nicht, also kann man das mal gleich vergessen. Menschen mit Einschränkungen werden da schnell als &quot;Schwerbehinderte&quot; abgetan, als mögliche Endnutzer der Kunden-Websites werden sie deshalb gleich zusammen mit der ganzen Praxis des barrierefreien Webdesigns ignoriert. Keine gut gemeinten und noch so raffiniert vorgebrachten Argumente wie ROI (&quot;Return On Investment&quot;) oder alternative Internet-Ausgabegeräte werden diese Gruppe von ihrer Ignoranz abbringen. Als Gegenargument wird man stattdessen die Bemerkung hören &quot;Barrierefreies Webdesign, jaja, das ist auch so eine Mode im Moment&quot;.</p>
<h3>Die Idioten</h3>
<p>Mit der Mode sind wir auch schon bei den Idioten gelandet.<br />
			Die weitaus interessanteste Gruppe umfasst die Unterkategorien Betrug und Beschränktheit. Hier geht es um Webentwickler, die trotz besseren Wissens (oder der Möglichkeiten besseren Wissens) entweder absichtlich oder aus Dummheit das Thema barrierefreies Webdesign falsch umsetzen und kommunizieren. Im Extremfall entblödet sich eine Full-Service-Agentur nicht, für gutes Geld auch heute noch eine Textversion als &quot;barrierefreie Version&quot; ins Netz zu stellen, das grenzt jedoch nach Jahren des BIENE-Awards, einigen Buchveröffentlichungen und unzähligen Quellen im Netz eher an Betrug als an grobe Fahrlässigkeit. Dann anschließend zu sagen, man habe das – in guter deutscher Tradition – alles gar nicht gewusst ist dann der Gipfel der Erbärmlichkeit. Ein Suchlauf bei Google reicht aus, um an die einschlägigen Blogs, Sites oder Buch-Rezensionen mit weiteren unzähligen Querverlinkungen zu gelangen.</p>
<p>Nicht besser ist die idiotische Variante, eine lediglich validierte Website als barrierefrei zu klassifizieren. Es wird wohl keinen ernst zu nehmenden Webentwickler mehr geben, der sich an Webstandards hält und nicht weiß, dass eine im Validator positiv getestete Site nicht automatisch alle Aspekte der Zugänglichkeit beinhaltet. Ganz besonders dämlich sind dann die als barrierefrei angepriesenen Auftritte mit einem rudimentären Tabellenlayout (valide), unsinniger Semantik (valide), Inline-Scripts (valide), leeren oder nichtssagenden Alt-Texten (valide), fixen DIV-Höhen (valide), komplett fehlende Kontraste (valide) oder Mini-Pixel-Schriftgrößen (valide). Von der nicht vorhandenen Rudimentär-Ausstattung einer halbwegs barrierefreien Site ganz zu schweigen, also sinnvolle Sprungmarken, vor grafischen Browsern versteckte Orientierungshilfen, sparsam verwendete Überschriften oder korrekte Auszeichnung von Abkürzungen, Akronymen und Sprachwechsel.</p>
<p>Dennoch outen sich diese Spezialisten nicht selten mit unterhaltsamen Beiträgen in der WAIDE-Liste. Man wartet schon gespannt auf die Frage, ob man für die 1-Pixel-GIFs in den verschachtelten Tabellen auch Alt-Texte eingeben sollte, um die Site barrierefrei zu machen. Gelungen auch die Bemerkungen, ob nicht aufgrund der unterschiedlichen Browserdarstellungen eine komplett barrierefrei gemachte Flash-Site eine sinnvolle Alternative wäre. Den echten Idioten erkennt man daran, dass auf sachlich-freundliche Antworten kein Umdenken, sondern störrisch beleidigtes Kleinkinderverhalten folgt.</p>
<p>Zur Kategorie der Idioten gehören außerdem die professionellen Bapperl-Junkies, die stets und ständig auf der Suche nach der Richtlinienkompetenz sind: ihr Gott ist der TÜV, willkürlich ausgewählte DIN- und ISO-Normen die Apostel, eine Checkliste mit einzelnen Prüfschritten zum simplen Abhaken das Evangelium. Die Argumentationsketten dieser beschränkten Sicht von Barrierefreiheit sind dünn bis dämlich. Man wird zwar den Verdacht nicht los, hier gehe es um Rechthaberei, es geht aber auch um eine lukrative Form der uniformierten Bequemlichkeit: die Suche nach dem einfachen und gut bezahlten Weg zur Überwindung der unvermeidlichen Einzelaspekte im barrierefreien Webdesign. Idiotisch ist diese Einstellung, weil man immer noch nicht verstanden hat, dass all diese Aspekte immer von der Architektur und dem Workflow des einzelnen Projektes, von den individuellen Kundenanforderungen, vom projektabhängigen Nutzerverhalten und von den Ressourcen des Webentwicklers oder der Agentur abhängen.</p>
<h3>Die Irregeleiteten</h3>
<p>Die Irregeleiteten erkennt man daran, dass sie erfolgreiche Validierung, den Einsatz von Sprungmarken, Alt-Texte und die semantisch korrekte Verwendung von Überschriften, Absätzen und Navigationslisten als ausreichende Kriterien für die Bezeichnung &quot;Diese Seiten sind barrierefrei&quot; erachten. Neben den (X)HTML- und CSS-Buttons werden dann die Bobby-, Cynthia- und AAA-Bapperl stolz auf jeder Seite präsentiert. Jeder weiß aus eigener Erfahrung, dass man sich besonders als Anfänger derart in die Nesseln setzen kann, aber auch das hat seine Gründe. In die Irre geleitet werden die Anfänger ja gerade von vielen &quot;Großen&quot; des Webdesigns, von denen nicht wenige ebenfalls überzeugt sind, die Erfüllung der genannten Kriterien würde automatisch zu einer barrierefreien Webseite führen. Eine große Schuld daran tragen jedoch auch die Vertreter der Idioten.</p>
<h3>Die Idealisten</h3>
<p>Als Idealisten bezeichnet man im allgemeinen Menschen, die ständig auf der Suche nach Lösungen sind, um sich gezielt für eine &quot;Sache&quot; einsetzen. Auf dem Gebiet des barrierefreien Webdesigns kann man diese Mehrheit der Vertreter irgendwo zwischen Pragmatismus und Pingeligkeit einordnen. Das Leitbild ist eine Form des sozialen Gewissens: man macht etwas, &quot;weil es sich so für alle gehören sollte&quot;. Barrierefreie Websites werden in erster Linie nicht als Luxus, nicht als umsatzsteigerndes Geschäftsmodell oder als blasse Erfüllung von BITV oder WCAG verstanden, sondern als Selbstverständlichkeit in einer Gesellschaft, in der das Internet zu einem der wichtigsten Kommunikationsmedien geworden ist. Es ist in der Ausübung der Tätigkeit eigentlich nur der realitätsnahe Ansatz des Machbaren, der den Idealisten vom dogmatisch denkenden Ideologen unterscheidet, doch gerade dieser Unterschied macht den Idealisten angreifbar. Die schärfsten Angriffe kommen, wen wundert&#8217;s, auch nicht von den Ignoranten, den Irregeleiteten oder den Idioten, sondern immer direkt von den Vertretern der nun folgenden Kategorie.</p>
<h3>Die Ideologen</h3>
<p>&quot;Ideologien &#8230; beanspruchen zumeist einen Wahrheitsanspruch für ihre Grundannahmen, es werden also bestimmte Thesen, Dogmen oder Grundideen für axiomatisch gehalten. Die Abänderung dieser Grundannahmen wird meist abgelehnt. &#8230; Das Weltbild selbst wird nicht mehr hinterfragt.&quot; (Quelle: Wikipedia)<br />
			Die Ideologen des barrierefreien Webdesigns lassen stets zwei Meinungen zu: die eigene und die falsche. Die gesetzlichen Vorgaben sind Programm, die BITV gilt als heilige Schrift, individuelle Freiheit oder Aspekte der Realisierbarkeit haben sich diesem Rechtsempfinden unterzuordnen. Grobe Vergehen wie das Setzen eine H2 vor einer H1 im Impressum werden ebenso abgemahnt wie eine nicht getaggte PDF im untersten Downloadbereich. Ein Kontaktformular in einer Tabelle katapultiert die ganze Website direkt auf Frittenbuden-Frontpage-Niveau. Man erwägt gerichtliche Schritte gegen die Ministerien und Behörden, sofern nur inakzeptable 90% Zugänglichkeit vorhanden ist. </p>
<p>Realitätsnahe Beispiele aus der täglichen Praxis sollen den Ehrgeiz der Webentwickler fördern: etwa bei der investigativen Aufdeckung von Darstellungsfehlern, wenn der normale, typische Endnutzer mal wieder die Schriftgröße individuell einstellt, ein eigenes CSS verwendet, Bilder und Javascript abschaltet und die Seite im verkleinerten Fenster auf einem Monitor mit 800 x 600 Pixeln mit 32.000 Farben und dem IE 5.0 betrachtet. Der BIENE-Award wird natürlich komplett abgelehnt: die Prüfkriterien sind zu lasch, die Preisvergabe zu medienwirksam, Prüfer bis Preisträger überhaupt nicht kompetent. Und die Buchautoren? Jan Eric Hellbuschs Buch wird eine Blinden- und Sehbehindertenlastigkeit vorgeworfen, der pragmatische und unverzeihlich mit Designfragen vermengte Ansatz von Angie Radtke und Michael Charlier gilt als teuflische Häresie, wenn nicht gar als Ausverkauf und Verrat an der Barrierefreiheit. Selbst pragmatische Diskussionsansätze eines Joe Clark werden sofort und mit Hinweisen auf die strikten Vorgaben rundweg abgelehnt.</p>
<p>Apropos Geschäft: die meisten Ideologen verabscheuen Gestaltungsgrundsätze, Design und Ästethik. Experimente wie &quot;CSS Neustart&quot;, &quot;CSS Zen Garden&quot; oder andere Galerien sind ihnen ein Graus. Auf ihren Webseiten sucht man im Styleswitcher auch hoffnungslos und verzweifelt das &quot;Standard-Layout&quot;, denn das was man sieht, kann ja nur die &quot;grafikarme Kontrastversion&quot; sein. Gestaltungsraster verwechseln sie mit fixen Tabellenlayouts, und Photoshop, Illustrator, Fireworks oder Freehand erscheinen ihnen ebenso unnötig wie rudimentäre Bildoptimierung. Damit hat die kleine Gruppe wirtschaftlich also keine nennenswerte Lobby. Man kann vielmehr dankbar sein, dass sie sich ständig selbst zerfleischen und von den Webentwicklern nicht wirklich ernst genommen werden. Da sie maximal 10% Prozent der &quot;barrierefreien Webentwickler&quot; ausmachen, aber nur 10% der relevanten Aufträge erhalten, reduziert sich ihr Einfluss zum Glück auf höchstens 0,1% aller Websites. Damit sind sie für die Webentwicklung so wichtig wie der Netscape Navigator 4 im heutigen Browsersegment.</p>
<h3>Fazit</h3>
<p>Wer sich ernsthaft einmal mit Barrierefreiheit beschäftigen möchte, sollte sich vorher also gut informieren. Um zu wissen, worum es eigentlich geht, und in welcher Kategorie man sich selbst wiederfinden möchte, reicht ein ausführliches Studium der Website „Einfach für Alle“ (EfA).</p>
<h3>Quellen auf EfA:</h3>
<p>BITV (<a href="http://www.einfach-fuer-alle.de/artikel/bitv-reloaded/">http://www.einfach-fuer-alle.de/artikel/bitv-reloaded/</a>)</p>
<p>Qualitätskriterien anhand des BIENE-Awards (<a href="http://www.einfach-fuer-alle.de/award2006/kriterien/">http://www.einfach-fuer-alle.de/award2006/kriterien/</a>)</p>
<p>Aktuelle Mitteilungen zur Barrierefreiheit (<a href="http://www.einfach-fuer-alle.de/blog/">http://www.einfach-fuer-alle.de/blog/</a>)</p>
<p><strong>Update</strong><br />
			Bevor man mich auf Grund der bissigen Formulierungen falsch versteht: Die Vermeidung von Barrieren im Internet sollte für jeden Webentwickler genauso selbstverständlich sein wie valider Code, logische Semantik und gutes Design. Barrierefreiheit ist kein sinnloser Luxus für bevorzugte Gruppen, keine vergängliche Modeerscheinung, keine Checkliste zum Abhaken und keine akademisch-esoterische Geheimlehre. Zugänglichkeit ist für alle Menschen notwendig, aber sie ist noch lange nicht angekommen: weder bei den Entscheidern, noch im Webdesign-Mainstream, wo sie hingehört. Das ist die eigentlich traurige Botschaft und damit ein guter Grund für Zynismus.</p>
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