Archiv für den Monat: Dezember 2011

1981-1984: Ich mache dann mal was mit Ölfarben

Kunst fesselte mich schon als kleines Kind, ich habe ständig mit Buntstiften gezeichnet. Zuhause begann ich schon als 12-Jähriger, die großen Maler aus den Abbildungen der Kunstbuchsammlung meiner Eltern abzuzeichnen. In der Schule wurden meine Bilder oft ausgestellt, im Kunstunterricht bekam ich fast immer eine Eins. Der Schritt zur Ölmalerei war da nur logisch.

Ja, solche Geschichten hört und liest man gern von Menschen, die dann später natürlich irgendwas mit Kunst machen.
Nein, bei mir war das viel profaner.

Ich freute mich zwar jede Woche auf das Fehlersuchspiel „Original und Fälschung“ ganz hinten in der Hörzu, aber sonst war die Umgebung meiner Kindheit und Jugend weitgehend kunstbefreit. Wir hatten keine Gemälde oder Kunstdrucke an den Wänden, meine Eltern hatten keine Kunstbuchsammlung und waren auch nicht mit kulturell durchgeglühten Menschen befreundet.

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Gary Schwartz und Rembrandts fehlende Wolken

Wer sich für das Werk von Rembrandt interessiert, sollte die Bücher von Ernst van de Wetering lesen. Wer sich darüber hinaus auch für das Leben, den Kunstmarkt und das Umfeld Rembrandts in den nördlichen Provinzen des 17. Jahrhunderts interessiert, sollte sich unbedingt Das Rembrandt Buch von Gary Schwartz kaufen (im deutschen Buchhandel nur echt mit Deppen Leerschritt). Eine Fünf-Sterne-Rezension bei Amazon kann ich mir sparen, da gibt es schon eine, sogar von einem Rezensenten aus Kiel.

Im Kapitel zur Landschaftskunst hat mich dann aber doch eine Kleinigkeit bei Schwartz‘ ansonsten grandiosen Gedankenflüssen verwirrt.

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Doerners Mischtechnik: Der verharzte Mythos

1921 veröffentlichte Max Doerner sein Buch Malmaterial und seine Verwendung im Bilde, das bis heute bekannteste Kompendium zur Technik der Malerei für angehende Künstler, Hobbymaler und Restauratoren. Bei mir steht noch immer die 16. Auflage aus dem Jahre 1986, für die ich damals lange sparen musste. Die aktuelle Auflage kenne ich nicht, immerhin zeugt der Name von Restaurator Thomas Hoppe von einem glücklichen Händchen des Verlags für eine vermutlich zeitgemäße, auf jeden Fall aber kompetente Überarbeitung.

Doerner war selbst Künstler, ein Praktiker also. Es ist bezeichnend, dass sein Buch mit über 280 reinen Textseiten niemals als „Ratgeber“ vermarktet wurde. Mit den 100-seitigen Bilderbüchern aus der Praxis-Malerei-Fraktion in den Läden für Künstlerbedarf hat das Buch nämlich nichts zu tun. Jene scheinen ja zu versprechen, dass man in 10 Tagen malen lernen und spätestens nach 100 Tagen die erste Retrospektive beschicken könnte.

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