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Mythen und Märchen des Webs

Die Mythen und Märchen rund um die Themen Internet und Webdesign sind ebenso zahlreich wie die Märchenerzähler selbst.

Viele dieser Aussagen, Ausreden und Halbwahrheiten rund um das Thema Internet haben sich bereits festgesetzt wie ein Virus. Lassen Sie sich nicht irritieren und beharren Sie im Zweifel auf nachvollziehbare und dokumentierte Quellen.

Nutzerverhalten: Ihre Kunden im Internet

„Internetnutzer klicken nach 8 Sekunden Ladezeit weg.“

Es ist noch immer ein weit verbreiteter Irrtum, dass viele Nutzer Internetseiten grundsätzlich immer nach spätestens 8 Sekunden Ladezeit verlassen. Tatsächlich warten viele Nutzer auch 30 oder 60 Sekunden, wenn sie „hinter dem Datenberg“ relevante oder gesuchte Informationen vermuten.

„Internetnutzer lesen keine langen Texte im Internet.“

Auch diese Aussage ist falsch. Nutzer wissen schon sehr genau, was sie auf bestimmten Seiten erwartet: Selbst die seitenlangen Mitschriften von Bundestagsdebatten oder schier endlose Erläuterungen zu Gerichtsurteilen werden auch am Bildschirm gelesen, sofern der Textredakteur oder Webdesigner auf eine gut strukturierte Textdarstellung geachtet hat. Dazu gehören Schriftgrößen, Schriftarten, Zeilenhöhen, Satzspiegel und Absatzformate.

Inhalt und Design: nur schöne Optik?

„Die Darstellung des Textes ist wichtiger als der Textinhalt.“

Neben Textblöcken als helle und grafik-basierte Minimalschrift auf dunklem Grund wird leider auch immer wieder die Textredaktion für Internetseiten vernachlässigt. Das Internet bleibt ein wichtiges Informationsmedium, und die Inhalte dieser Informationen werden über die Texte kommuniziert.

„Nicht die Gestaltung, nur die Technik ist wichtig.“

Diese Argumentation hört man sogar von hochkarätigen Codierern, die Websites in der edlen Einfalt und stillen Größe von 1995 bevorzugen. Die vorgebrachten Argumente hinterlassen nicht umsonst den bitteren Beigeschmack eines Kompetenzmangels und zeigen die Angst vor gestaltungsrelevanten Kundenwünschen. Fest steht: Für viele Techniker sind Themen wie Bildverarbeitung, visuelle Kommunikation oder grafische Gestaltungsrichtlinien nur deshalb unnötiges „Gedöns“, weil sie davon keine Ahnung haben. Das oft missverstandene Zitat „form follows function“ des Architekten Sullivan bedeutet, dass die Form der Funktion dienen soll. Vom Weglassen ist dort nicht die Rede.

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Technik: Was muss man beherrschen?

„Wozu technische Standards, sieht doch gut aus!“

Dieser fatale Irrtum ernährt bereits die Branche der Bausachverständigen. Täglich werden noch immer weitaus mehr schlechte als gute Internetseiten auf die Menschheit losgelassen. Leider wissen nur die wenigsten Kunden und Internetnutzer, was sich technisch hinter diesen Internetseiten verbirgt und worauf es bei der Umsetzung wirklich ankommt.

Die Zukunft des Internets wartet auch jenseits der PC-Plattform auf anderen Geräten. Inhalte sollen auch auf PDAs und Handys verfügbar sein. Die kommenden Browser werden standardkonforme Internetseiten vorlesen. Fazit: mit geltenden Webstandards ist die Investition in eine Website auch langfristig sicher.

„Das kann man doch heute alles selbst machen.“

Stimmt: wer sich aus Spaß selbst eine private Website basteln möchten, braucht tatsächlich nicht auf Webstandards zu achten. Auch eine Frittenbude, die ihre Fotos aus der Rubrik „Willi am braten“ auf die virtuelle Welt loslassen möchte, darf darauf verzichten.

Wenn Sie Ihre Website jedoch als professionelles Marketinginstrument einsetzen wollen, sollten Sie auch die professionelle Hilfe eines qualifizierten Dienstleisters in Anspruch nehmen. Außer natürlich, Sie verfügen selbst über die Grundkenntnisse eines guten Webdesigners: HTML, CSS, Webstandards, Navigationshierarchien, Web-Entwicklungen, Bildverarbeitung, redaktionelle Texterstellung, Textgestaltung, Browser-Statistiken, Hardware-Verbreitung, menschliche Entscheidungsprozesse, Käuferverhalten, Marketing, PR und Marktmechanismen...

„Am sinnvollsten ist ein Redaktionssystem (CMS).“

Das stimmt für Websites, deren Inhalte oft und in kurzen Abständen verändert werden müssen. Ein Content-Management-System (CMS) kann von Ihnen in der Regel selbst gepflegt und aktualisiert werden. Oft bleibt es jedoch beim guten Willen der regelmäßigen Pflege eines Systems: Wollen Sie selbst diese Aufgabe erledigen, oder Ihre Assistentin oder Ihr Auszubildender, oder haben Sie einen eigenen Spezialisten dafür?

Was gern übersehen wird: Auch kostenlose Systeme wie das mächtige Werkzeug Typo3 sind zwar frei in der Anschaffung, verursachen jedoch meistens Kosten für die Schulung der Mitarbeiter. Sinnvolle Alternativen sind sogenannte Weblog-Systeme oder einfache Programme zum Aktualisieren.

Suchmaschinen: Wo sind Sie denn?

„Suchmaschinen-Optimierer (SEOs) sind wichtig.“

SEO ist die Abkürzung für „search engine optimizer“. Diese kostenpflichtigen Dienste versprechen oft ein atemberaubendes Ranking bei Suchmaschinen. Auch hier wird Ihnen als Kunde oft zuviel versprochen. Google selbst hat eine Internetseite für Webmaster zum Thema veröffentlicht:

Niemand kann Ihnen eine Nr.1-Platzierung bei Google garantieren. [ ... ] Es gibt keine Sonderanmeldung bei Google. Der einzige Weg, eine Website bei Google direkt anzumelden, ist unsere Seite „Adresse hinzufügen“ oder das Programm „Google Sitemaps“. Diese Anmeldung können Sie selbst kostenlos vornehmen.
Google: Informationen für Webmaster

„Google kann man zu seinen Gunsten manipulieren.“

Bei diesem Thema sollten Sie Vorsicht walten lassen. Es gibt natürlich Techniken, um beim sogenannten PageRank weiter nach oben zu geraten. Einiges davon wird von Google allerdings wie manipulierende Werbung behandelt: Es gibt zahlreiche Fälle, in denen Firmen beim PageRank kurzfristig oder für lange Zeit ausgeschlossen wurden, nachdem Google entsprechende Techniken bei der Vermarktung entdeckt hat. Unangenehm, wenn Ihr Konkurrent so etwas bei Ihnen entdeckt. Google empfiehlt:

... Wenn Sie der Meinung sind, dass eine andere Website gegen die Qualitätsrichtlinien von Google verstößt, melden Sie diese Website.
Google: Richtlinien für Webmaster

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Kosten: Wer bezahlt was?

„Standardkonforme Internetseiten sind viel zu teuer.“

Nun, ein schlichter, mausgrauer Porsche ist auch viel zu teuer, wenn man ihn mit dem schönen, bunt bemalten Bollerwagen aus Omas Schuppen vergleicht. Auch hier kommt es lediglich darauf an, was Sie als Kunde erwarten.

Sie bekommen mit einer professionellen Website nicht nur automatisch den PDA- Zugriff zum Nullkostentarif dazu, sondern auch noch einen suchmaschinenfreundlichen Quellcode, eine zukunftsweisende, langlebige Technik und ein schnell modifizierbares Design.

„Monatliche Wartungskosten sind allgemein üblich.“

Üblich sind diese Wartungskosten vor allem als beliebte Methode zur wunderbaren Geldvermehrung. Lassen Sie sich nicht verschaukeln: Eine schnell zusammengezimmerte Website für 800,-- Euro wird mit einer monatlichen Wartungspauschale in Höhe von 25,- Euro innerhalb weniger Jahre geradezu vergoldet, sofern keine großen Änderungen vorgenommen werden.

Fakt ist: Webspace (Speicherplatz für eine Website) bekommen Sie schon für 99 Cent im Monat und der statische HTML-Code ist auch kein Motor, der gewartet werden müsste. Seriöse Webdesigner und Agenturen berechnen tatsächlich anfallende Leistungen an der Website, gelistet und für Sie nachvollziehbar auf einer detaillierten Rechnung.

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